Kategorie: Europa

( Bildungswesen, )

Wer Kinder hat oder selbst noch Schüler ist bekommt es tagtäglich mit. Unterricht fällt spontan aus, von Praktikanten bis Hausmeistern wird jeder der geht für Vertretungsunterricht eingespannt und die Lehrmaterialien sind meistens veraltet und häufig kaputt. In der aktuellen Kultusministerkonferenz wurden diese Probleme vornehm ignoriert. Alle sagten ein paar schlau klingende Sätze und ignorierten das schon in fünf Jahren 50.000 Stellen nicht besetzt sein werden. Dies betrifft in der Hauptsache die Grundschulen aber auch weiterführende Schulen.

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In Deutschland hängt der Schulabschluss von Kindern, mehr als in den meisten anderen Ländern, vom Bildungsgrad der Eltern ab. Statistisch „vererbt“ sich der Abschluss der Eltern an die Kinder. Das liegt nicht daran das Menschen einfach „dumm“ geboren werden sondern an diesem System. In der Schule geht es nicht darum das uns nützliches Wissen vermittelt wird, sondern um die Selektion für den Arbeitsmarkt. Je nachdem wie der Bedarf der Kapitalisten aussieht wird in der Schule selektiert, so dass durchschnittlich eine bestimmte Anzahl von Menschen Zugang zu Universitäten bekommt, eine Ausbildung machen muss oder am Ende ungelernt ackern geht. Es kann nicht jeder gewinnen in diesem System, irgendwer muss schließlich auch die „Scheißjobs“ machen. Also die die anstrengend und schlecht bezahlt sind. Außerdem geht es in der Schule nicht darum das Schüler den Stoff verstehen und anwenden können. Es geht darum zu überprüfen ob sie eine bestimmte Menge Inhalt (Unabhängig davon ob er sie interessiert), in einer begrenzten Zeit in ihren Kopf bekommen und am Ende in einer Klausur aufschreiben können. Wenn jemand etwas nicht verstanden hat wird es nicht so erklärt das jeder es versteht sondern nach der Klausur bekommt man eine schlechte Note. Danach wird einfach etwas anderes gelernt. In Fächern wie Mathe, wo der Lernstoff aufeinander aufbaut, wird es dann besonders schwer hinterher zu kommen.

Abseits davon dass das System nicht so gemacht ist das jeder durchkommen kann, ist es auffällig das Kinder aus Akademikerfamilien in der Regel Abitur machen während Arbeiterkinder häufig einen niedrigeren Abschluss machen. Dies hat verschiedene Gründe.

14 Prozent der Schüler nehmen Nachhilfe in Anspruch. 87 Euro werden dafür durchschnittlich ausgegeben. In der Woche. Das sind c.a 384 Euro im Monat! Welche Familie aus der Arbeiterklasse soll sich das leisten. Geschweige denn Alleinerziehende bei denen noch mehr auf jeden Cent geschaut werden muss oder Hartz IV Empfängern, für die genau 10 Euro im so genannten „Bildungs- und Teilhabepacket“ im Monat vorgesehen. Und an armen Kindern mangelt es in Deutschland nicht, ungefähr drei Millionen Kinder leben nach offiziellen Statistiken in Armut.

Hinzu kommt das man nach einer anstrengenden Schicht häufiger nicht mehr die beste Konzentration hat um seinen Kinder noch bei den Hausaufgaben zu Helfen oder Referate mit vorzubereiten. Wenn man den komplizierten Stoff überhaupt versteht wenn die eigene Schulzeit knapp 10 Jahre her ist. Anders ist das bei Akademikern die sowieso den ganzen Tag Berufsmäßig Kopfarbeit machen. Wenn dann noch deutsch nicht die Muttersprache ist bzw. man vllt. Erst ein paar Jahre hier lebt, wird es umso schwieriger. Und das spiegelt sich auch in den Statistiken laut denen Migranten aus den unterdrückten Nationen deutlich häufiger in Armut leben und schlechtere Schulabschlüsse machen.

Jetzt stellte die „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) neue Ergebnisse vor. Denen zufolge holen Kinder von Zuwanderern die in Deutschland geboren wurden in der Schule deutlich auf. Das bringt ihnen jedoch auch nicht so viel wie ihren Deutschen Mitschülern. Sie kommen mit den gleichen Noten und Abschlüssen deutlich seltener an die gleichen Jobs wie Deutsche. Den Eltern fehlen die Netzwerke und Kontakte über die man sonst häufig Arbeit findet. Bei einer deutschen Akademikerfamilie hat der Vater vllt. schon 20 Jahre als Beamter verbracht „kennt da wen“ oder kann eine Empfehlung aussprechen. All das haben Migranten häufig nicht. Hinzu kommt die Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt. Mit dem falschen Nachnamen kann man dann noch so gute Zeugnisse und Bewerbungen einreichen.

Der Imperialismus hat den Massen keine Perspektive zu bieten. Die tiefsten und breitesten Massen können nicht darauf hoffen das irgendwelche Bildungsreformen oder die warmen Worte der Politiker, die alle „sehr besorgt über diese Entwicklung“ sind, ihnen irgendetwas bringen. Diese Probleme können nur gelöst werden wenn Ausbildung und Schule tatsächlich dafür organisiert werden das wir etwas lernen und uns entwickeln können. Diese Probleme werden nur gelöst wenn die Bildung nicht mehr den Bonzen dient sondern sich in Arbeiterhand befindet.

Sonderschulen - ein sehr heikles Thema, das beinahe vollkommen ignoriert und vor allem eher emotional als wissenschaftlich betrachtet wird. Jedoch sprechen die Zahlen über und auch die Jobchancen für ehemalige Sonderschüler, für sich. Man könnte sagen, dass in Sonderschulen Billiglohnarbeitskräfte herangezogen werden, die aufgrund ihrer angeblichen „Behinderung“ froh sein müssten, überhaupt einen Job zu bekommen, auch wenn dieser nur mit „Taschengeld“ entlohnt wird. Die Sonderschule dient als Instument um die SchülerInnen in Gruppen zu spalten, sie zu isolieren und vor allem den Stempel von „ist eh alles schon zu spät“ aufzudrücken. Die Sonderschule stellt den extremen Gegensatz zu privaten Eliteschulen dar, in denen Kinder zu „Herrschenden“ erzogen werden, in Sonderschulen zu „Behinderten“ und „Versagern“.

 

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