Wir teilen diese Erklärung von Armut hat System - Jena/Weimar zur 200 Jahre Karl Marx Kampagne:

 

Am morgigen Tag, dem 4. Juni, diskutiert der Kulturausschuss der Stadt Weimar darüber, ob zukünftig eine Straße oder ein Platz nach Karl Marx benannt werden soll. Auch wenn unser Vertrauen in die bürgerlichen Institutionen - gelinde gesagt - gering ist und es dazu noch so viel mehr zu sagen gäbe, möchten wir im Folgenden in aller Kürze darlegen, warum wir meinen, dass der Name "Karl Marx" künftig ein Weimarer Straßenschild zieren sollte:

Vor 200 Jahren, am 05. Mai 1818, erblickte Karl Marx das Licht der Welt. Dies war ein Ereignis von unschätzbarer Bedeutung für alle Arbeiter und unterdrückten Völker der Welt. Wir gedenken Karl Marx nicht als Feigenblatt bürgerlicher Wissenschaften und schon gar nicht als „großen Deutschen“. Wir gedenken Karl Marx als Revolutionär, der von der preußischen Polizei, dem späteren Rückgrat des ersten deutschen Staats, durch halb Europa gehetzt wurde. Der nie müde wurde für die Befreiung der Arbeiterklasse durch den Sturz der herrschenden kapitalistischen Ordnung zu kämpfen. Der den Sozialismus, gemeinsam mit Friedrich Engels, von der Utopie zur Wissenschaft entwickelte.

Karl Marx hat der Arbeiterklasse eine mächtige Waffen hinterlassen, den Marxismus. Eine Waffe, die, indem sie den Weg zum Kommunismus ebnet, alle Rechtfertigungen von Ausbeutung und Unterdrückung zerschlägt. Karl Marx hat aufgezeigt, dass sich die Welt in der wir leben in einem Zustand der fortwährenden Veränderung befindet. In welche Richtung sie sich verändert, hängt davon ab, welche Kräfte die Oberhand haben. Die hauptsächlichen Kräfte unser Gesellschaft sind auf der einen Seite die Arbeiter und auf der anderen Seite die Ausbeuter, die als Eigentümer durch unsere Arbeit reich werden. Diese beiden Klassen liegen bewusst oder unbewusst in einem permanenten Kampf, einem Kampf um Arbeitsbedingungen und Löhne. Ein Ausdruck dieses Kampfes ist die Hartz IV Reform, mit der die Arbeiterklasse im Interesse der Kapitalisten weiter verarmt und in die Leiharbeit gedrängt wurde. Auf Weltebene führt dieser Kampf zu barbarischer Verwüstung ganzer Nationen, wie dies z.B. im Falle Syriens durch die imperialistischen Mächte, insbesondere auch Deutschland, gegenwärtig geschieht.

In diesem bis heute bestehenden Klassenkampf schlug sich Karl Marx, selbst aus kleinbürgerlichen Verhältnissen stammend, bedingungslos auf die Seite der Arbeiterklasse, weil er erkannt hatte, dass das Ende ihrer Ausbeutung das Ende von Ausbeutung und Unterdrückung überhaupt bedeutet. Wir Kommunisten ehren Karl Marx, indem wir seinen Kampf weiterführen, alles andere wäre verlogen. In diesem Sinne meinen wir nicht nur, dass eine Weimarer Straße seinen Namen tragen sollte, sondern möchten auch auf eine bedeutende internationale Feier zum 200. Jahrestag der Geburt des großen Karl Marx‘ hinweisen, die am 30. Juni in Bremen stattfindet und zu der alle herzlich eingeladen sind, die es wichtig finden, sein Andenken hochzuhalten.