BRD-Dauerkrise

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BRD-Dauerkrise

Endlich wieder aufwärts, Deutsche Wirtschaft vor Wendepunkt? – So titelte unlängst die Tagesschau. In dem Artikel heißt es dann weiter: In der deutschen Wirtschaft könnte es in diesem Jahr wieder bergauf gehen. Aktuelle Daten schüren einen vorsichtigen Optimismus … Aktuelle Prognosen bürgerlicher Ökonomen zum Wirtschaftswachstum erwarten ein Anwachsen des BIP um 0,7 bis 1,0 Prozent.

Doch was ist Wirtschaftswachstum, und in welcher Relation steht diese? Geht man aus dem Keller ins Erdgeschoss, ist man zwar nach oben gegangen, aber niemand würde im Erdgeschoss sagen: Jetzt bin ich oben. Es lohnt auch hier eine genauere Betrachtung. Beginnend mit dem Jahr 2019 als Referenzwert ergibt sich folgendes Bild der (preisbereinigten oder realen) BIP-Entwicklung bis 2025:

2019100, %
202095,9 %
202199,6 %
2022101,4 %
2023100,5 %
2024100,0 %
2025100,2 %

Es gab also über die vergangenen sechs Jahre insgesamt ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von nur 0,2 Prozent. Das sind jährlich rund 0,03 Prozent. Die Ökonomie des deutschen Imperialismus stagniert also, mittlerweile über ein halbes Jahrzehnt.

Ein „gesundes“ bzw. „angemessenes“ Wachstum einer „Volkswirtschaft“, wie der deutschen, wird von bürgerlichen Ökonomen auf etwa zwei bis drei Prozent jährlich beziffert. Es gibt sogar ein Gesetz dazu. Das StabG – Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft – verpflichtet die Regierung für ein solches „angemessenes Wirtschaftswachstum“ zu sorgen. Mindestens ein Prozent Wirtschaftswachstum wird laut bürgerlichen Ökonomen benötigt, um das Beschäftigungsniveu zu halten.

Es sieht also nicht ganz so rosig aus, wie es einige jüngere Nachrichten zu vermitteln versuchen. Betrachtet man die Konkurrenten des deutschen Finanzkapitals, dann haben die USA etwa 15 Prozent real BIP Wachstum in der gleichen Periode, circa 2,5 Prozent pro Jahr, was ebenfalls nicht besonders hoch ist. Trotzdem verdeutlicht dies, wie groß die Probleme des deutschen Imperialismus in der Tat sind. Was noch gravierender ist, angesichts der Tatsache, dass die Regierung offenbar überhaupt keinen größeren Plan hat, wie mit dieser Situation umzugehen ist. Die Prognose von einem Prozent Wachstum für das Jahr 2026 ist, so sie sich denn bewahrheiten sollte, woran es begründete Zweifel gibt, wäre allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein.

Da die Weltwirtschaft unter der Herrschaft des Imperialismus zyklisch in Krisen gerät, in der jüngeren Vergangenheit geschah dies etwa alle zehn Jahre, ist davon auszugehen, dass sich bald die nächste große Krise entwickeln wird. In diese Krise wird auch der deutsche Imperialismus geraten, ohne sich jedoch von der vorherigen erholt zu haben und dazu hat er Boden verloren im Kampf mit seinen Konkurrenten. Das sind sehr düstere Aussichten.

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