Wir veröffentlichen hier eine inoffizielle Übersetzung eines Artikels der FDLP-Ecuador (Front zur Verteidigung der Volkskämpfe) zur Stationierung von US-Truppen in Ecuador.
Mit großem Tamtam hat die Regierung die Ankunft von Angehörigen der US-Luftwaffe auf dem Luftwaffenstützpunkt der FAE [Luftkräfte Ecuador – Anmerk. d. Übers.] in Manta angekündigt.
Dies bestätigt einmal mehr, dass Noboa die Verfassung missachtet und die liberal-demokratischen Errungenschaften ignoriert. Deshalb betonen wir erneut, dass es nichts gebracht hat, dass Opportunisten und Revisionisten aller Couleur die Massen zur Volksbefragung getrieben haben. Der Weg der Wahlen ist kein Weg zur Befreiung des Volkes. Es war offensichtlich, dass ihre Ergebnisse keine wirkliche Errungenschaft von Rechten für die Mehrheit bedeuten würden, und dass sie von den herrschenden Klassen ignoriert werden würden, die an einer zentralen Prämisse festhalten: Der Staat gehört ihnen und fungiert als Instrument der Diktatur der Großbourgeoisie und Großgrundbesitzer im Dienste des Imperialismus.
Mit oder ohne Verfassung hat die Regierung die Stationierung von Kampf-, Überwachungs- und Geheimdienstausrüstung der USA und Israels auf nationalem Territorium zugelassen. Sie tut dies unverhohlen und ohne Skrupel, weil sie den Bedürfnissen des Imperialismus nachkommt, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Gefahr einer militärischen Intervention in der Karibik.
Die offizielle Rechtfertigung für diese neue Stationierung ausländischer Truppen ist die gleiche wie immer: „Bekämpfung der organisierten Kriminalität” und „Bekämpfung des internationalen Drogenhandels”. Diese Phrase wurde verwendet, um den Ausnahmezustand zu verhängen, die öffentlichen Institutionen nach Belieben umzugestalten und das Land, einschließlich der Streitkräfte und der Polizei, zynisch der Kontrolle der Militär- und Geheimdienstapparate des Imperialismus zu unterstellen.
Dieser Verstoß gegen die nationale Souveränität offenbart das wahre Ziel des Regimes: die von den Abgeordneten der ADN wiederholte Idee, dass „es uns besser gehen würde, wenn wir ein weiterer Staat der USA wären“, zur Staatspolitik zu machen. Das heißt, von einer Halbkolonie zu einer offenen Kolonie des Imperialismus zu werden.
Wir müssen auch klar aufzeigen, wo die wahren Zentren des Drogenhandels und der Korruption liegen. In Ecuador kontrollieren die Großbourgeoisie und die Großgrundbesitzer das Bankwesen, den Außenhandel, die Exporte, kurz gesagt, eine halbfeudale Produktionsstruktur. Wenn der Drogenhandel im Land laut offiziellen Quellen mehr als 3,6 Milliarden Dollar pro Jahr umsetzt, ist es offensichtlich, dass dieser Berg an Geld nicht „unter der Matratze“ versteckt wird, sondern im Finanzsystem zirkuliert und gewaschen wird. Die Fakten sprechen für sich: Mitten in der Krise haben Banken wie die Banco de Guayaquil und die Banco del Pichincha unter anderem ihr Kapital und ihre Gewinne unverhältnismäßig gesteigert. Gleichzeitig haben sich die Drogenlieferungen vervielfacht, die auf Schiffen gefunden wurden, die mit Exporten wie dem Bananenhandel (Noboa-Gruppe) in Verbindung stehen, und es schreitet ein beschleunigter Prozess der Landkonzentration auf dem Land im Dienste der Großgrundbesitzer voran.
Unterdessen verkündet das Regime täglich die Festnahme von „hochrangigen Zielpersonen“, fast immer Bandenchefs aus Armenvierteln, ohne dass es materielle Beweise gibt, die der offiziellen Darstellung entsprechen. Wenn sie es jedoch nicht mehr vertuschen können, kommen Verbindungen zu Führungskräften der Streitkräfte und der Polizei ans Licht. Dies war der Fall beim Einsatzleiter der Armee in der Region Buenos Aires und bei Führungskräften der Spezialeinheiten, die mit kriminellen Strukturen in Verbindung standen. Es wurden auch Fälle von hochrangigen Offizieren und sogar Persönlichkeiten wie Tanya Varela, einer pensionierten Generälin, die mit mafiösen Netzwerken in Verbindung steht, bekannt.
Dort befindet sich der Strudel der Gewalt und Korruption, der das Land ausblutet: in den hohen Strukturen der Wirtschaftsmacht und in Teilen des repressiven Staatsapparats. Deshalb ist die Präsenz des US-Militärs in Manta keine „Sicherheitsmaßnahme”, sondern ein weiterer Schritt in der politischen und operativen Besetzung des Landes, der den Kriegsplänen des Imperialismus in der Region und dem vaterlandsverkäuferische Projekt von Noboa dient, der das Territorium bereits in den Dienst transnationaler Bergbaukonzerne gestellt hat und nun auch die nationale Souveränität der ausländischen Militärstrategie unterordnen will.
Angesichts dieser Situation ist die Schaffung der Anti-imperialistischen Front dringend erforderlich, die die breiten Volksmassen gegen den Imperialismus aller Art; vor allem den US-Imperialismus, gegen den Zionismus und gegen die vaterlandsverkäuferische Regierung, die den Willen des Volkes missachtet und ein Regime der Unterdrückung und Abhängigkeit verstärkt; aufbaut, organisiert und mobilisiert.
Wir dürfen nicht untätig bleiben und nicht zulassen, dass die Angst unseren Kampfeswillen lähmt. Die Angst muss die Seiten wechseln, damit sich das Kräfteverhältnis zugunsten der Massen und der Nation verschiebt.
YANKEES UND ZIONISTEN RAUS AUS DEM LAND!
BILDET DIE ANTIIMPERIALISTISCHE FRONT IM DIENSTE DER UNTERDRÜCKTEN VÖLKER DER WELT!
ORGANISIERT, KÄMPFT UND WEHRT EUCH!




