Massive Polizeigewalt in deutschen Stadien

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Massive Polizeigewalt in deutschen Stadien

Im ersten Monat der neuen Jahres zeigte sich auf in deutschen Fußballstadien, wie der Staat des deutschen Finanzkapitals immer reaktionärer wird. Diese Reaktionarisierung findet Ausdruck in einer Vielzahl von Verletzten Zuschauern und auch von Polizeikräften, da die Fans die Übergriffe nicht ohne Widerstand passieren ließen.

Die Polizei ist bemüht ihre Gewaltexzesse zu rechtfertigen, indem sie die Angegriffenen zu Schuldigen verklärt – in Magdeburg soll es nun Ermittlungen wegen des angeblichen Verdacht des versuchten Mordes in drei Fällengeben. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Sachsen-Anhalt fordert umfangreiche Kollektivstrafmßnahmen, „wenn die Ultra-Fanszenen nicht bereit sind, ihr Handeln anzupassen“. Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DpolG) forderte gar, dass Zuschauer beim 1. FCM für ein Jahr komplett ausgeschlossen werden sollen. Auch die offiziellen den DFB reihen sich in die reaktionäre Phalanx ein: Der Präsident des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, forderte ein „striktes Durchgreifen“, „schnelle und harte Urteile“und „Freiheitsstrafen ohne Bewährung statt Geldstrafen“.

Von Seiten der Fußballfans äußerte sich u.a. die Fanhilfe Magdeburg und widersprach ausdrücklich den Darstellungen der Polizei, „weder plausibel noch haltbar“ seien die Vorwürfe. Stattdessen habe das Verhalten der Polizei die Situation eskaliert, die die Fans nicht entweichen ließen und auch Unbeteiligte großflächigen mit Pfefferspray und Schlagstöcken angegriffen hatten. Wiederholte Versuche in die Masse der Fans zu stürmen und ein unkoordiniert wirkendes Vorgehen sollen die Lage weiter eskaliert haben. Es entstand unter Teilen der Stadionbesucher Panik. Erst daraufhin sei es zu Solidarisierungseffekten mit den Angegriffenen durch vorher unbeteiligte Fans gekommen. Mindestens einhundert Zuschauer seien ernsthaft verletzt worden.

Unter anderem mit Steinen, Absperrgittern, Mülltonnen, Stühlen, Toiletten, Gehwegplatten und einem Gullydeckel sei die Polizei beworfen und auch mit Pyrotechnik beschossen worden, so die Polizei selbst. Dabei seien 70 Polizisten verletzt worden. 17 seien im Krankenhaus behandelt worden.

Neben diesen Ausschreitungen der Polizei beim Elbderby Magdeburg-Dresden gab es vor kurzem ähnliche Szenen beim Zweitliga-Topspiel Hertha-Schalke. Bei Zusammenstößen vor dem Olympiastadion in Berlin waren am 52 Menschen verletzt worden – 21 Polizisten und 31 Fans.

Auch hier hatte die Polizei gezielt die Gewalt hervorgerufen. In einer Erklärung der Fanhilfe von Hertha und 14 weiteren heißt es: „Allen Deeskalationsversuchen der Fanszene zum Trotz, die sich angesichts der Gewaltsuche der Beamten vom angestammten Treffpunkt auf dem Vorplatz der Ostkurve bis in den Eingangsbereich der Ostkurve zurückzog, drang die Polizei unter Tritten, Schlägen, Knüppel- und Reizgaseinsatz in die Ostkurve ein. Hierbei wurden unterschiedslos alle Fans vor Ort angegriffen und verletzt. Der Eingangstunnel der Ostkurve, an dessen Ende sich die Rollstuhlfahrerplätze und die vollbesetzten Ränge befinden, wurde regelrecht mit Reizgas geflutet. Flankiert wird die Eskalation der Gewalt von Widersprüchen und Lügen in den Stellungnahmen der Polizei Berlin.

Es zeigt sich im Stadion, wie im Rest der Gesellschaft, mehr unmittelbare Gewalt, Repression und Diffamierung von Widerstand dagegen. Dies ist Ausdruck davon, wie der Staat auf die allumfängliche Krise des Imperialismus, ihre entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Imperialismus, insbesondere die schwerste ökonomische Krise in der BRD jemals und die Krise der Demokratie, insbesondere der Sozialdemokratie, zu reagieren gedenkt.

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