Europa

Der Begriff Streik soll auf Arbeitsniederlegungen britischer Matrosen zurückgehen, die die Segel eingeholt haben, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen (to strike sail). Dem machen streikende Hafenarbeiter in Liverpool und Felixstowe gerade alle Ehre.

Gegen den Beginn der Zerstörung eines Denkmals für den Sieg der Rote Armee im Zweiten Weltkrieg am 23.08.2022 formierte sich Protest in Riga.

In den letzten Wochen haben die Arbeitskämpfe in Großbritannien zugenommen. Etwa 40.000 Menschen streikten letzten Mittwoch nach dem Aufruf der Eisenbahn-, Schifffahrts- und Transportgewerkschaft RMT gegen die Eisenbahnunternehmen, da diese den Forderungen ihrer Arbeiter nicht nachkamen, welche in diesem Jahr mit 9,4 % die höchste Inflation der letzten 40 Jahre erleben. Darüber hinaus legten am Freitag der letzten Woche und am Montag dieser Woche auch die Arbeiter – von Callcenter-Mitarbeitern bis hin zu Ingenieuren – bei den Telekommunikationsmonopolen British Telecommunications und Openreach ihre Arbeit nieder. Dies ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs dessen, was später in diesem Monat Großbritanien treffen wird.

Am Sonntag, den 19. Juni 2022 fanden in Frankreich die Wahlen für ein neues Parlament statt. Das Ergebnis ist vor allem in zweierlei Hinsicht beachtlich. Erstens gingen nur gut 40 Prozent der Franzosen wählen und gaben eine Stimme ab. Das bedeutet nicht einmal die Hälfte des Volkes in Frankreich hat noch Vertrauen in das Parlament und hat erkannt, dass keine bürgerliche Partei ihren Interessen entspricht. Zweitens verlor die Partei von Präsident Emmanuel Macron die absolute Mehrheit im Parlament. Seine Partei „En Marche“ erhielt mit dem Wahlbündnis „Ensemble“ bei der Wahl lediglich 245 Sitze, was gut 38 Prozent entspricht.

Am gestrigen 20. Juni demonstrierten in Belgiens Hauptstadt Brüssel 70.000 bis 80.000 Menschen im Zuge eines Streiks gegen Teuerungen und die Inflation. Die Lebenshaltungskosten sind auch in Belgien im Zuge der ökonomischen Krise, die erst durch die Corona-Pandemie und jetzt durch den Krieg in der Ukraine beschleunigt und verstärkt wurde, massiv gestiegen. Die Inflation im Land liegt mittlerweile bei 9 Prozent und ist damit noch ein paar Prozent höher als hier in der BRD. Lebensmittel und alltägliche Verbrauchsgüter sind mehr als 30 Prozent Teurer als noch im letzten Jahr. Die belgische Regierung unter Führung von Premierminister Alexander De Croo hat zwar die Steuern für Gas, Kraftstoff und Strom gesenkt, die allgemeinen Teuerungen gleicht das aber ganz und gar nicht aus.

Wie dokumentieren an dieser Stelle einen Bericht der Genossen von der Anti-Imperialistischen Aktion Irland über die Besetzung von zwei leerstehenden Häusern in Dublin und den Kampf um einen revolutionären Standpunkt in der Bewegung für Wohnraum.

Wir veröffentlichen hier eine inoffizielle Übersetzung eines sehr lesenswerten Dokuments der Genossen von der Anti-Imperialistischen Aktion Irland:

Belgien wurde am Dienstag, den 31. Mai durch einen landesweiten Generalstreik im öffentlichen Dienst lahmgelegt. Aufgerufen hatten die Gewerkschaften, um gegen die enorm steigenden Lebenshaltungskosten zu protestieren. Die Forderungen waren somit nach mehr Personal, höheren Renten, mehr Investitionen in den öffentlichen Sektor, Hilfen zur Bewältigung von Teuerungen und Inflation, weniger Arbeitsbelastung und vor allem für bessere Bezahlung.