Seit nun etwa zwei Wochen toben in Mexiko zahlreiche Proteste von Frauen. Auslöser war ein Mord an einer jungen Frau, die Anfang November in Cancun verschwand und deren Leiche am 9. November gefunden wurde.

Bereits am 9. November versammelten sich zahlreiche Demonstranten, vornehmlich Frauen, nachdem die Mutter der verschwundenen Frau zu einer Demonstration aufgegrufen hatte. Auch wenn sie erst wünschte, dass diese friedlich Gerechtigkeit für ihre Tochter fordern sollte, änderte sie im Verlauf der Demonstration ihre Meinung und meinte „Brennt es alles nieder, Alexis hätte das für euch getan.“. Einige der Demonstrantinnen fingen darauf hin an, die Fenster der lokalen Staatsanwaltschaft zu zerstören und mit Graffitis zu besprühen, bevor sie das gleiche mit dem Rathaus taten. Als sie sich dem Rathaus nährten, eröffneten die Polizisten, das Feuer auf die Demonstrantinnen. Auch wurde beobachtet, wie die Nationalgarde nach den Schüssen auftauchte. Bei den Schüssen soll es sich angeblich um eine eigenmächtige Entscheidung des lokalen Polizeichefs handeln.

Seitdem gehen immer wieder Frauen auf die Straße. Als Antwort darauf ließ die mexikanische Regierung ihre Polizeihorden erneut auf die Frauen los. Am 13. November nahmen die Auseinandersetzungen erneut militante Formen an:

Dutzende von Frauen führten eine Demonstration durch, die zum Büro des Justizministers in Mexiko City führte, die sich gegen die Frauenmorde und Polizeigewalt richtete. Etwa 30 Frauen, die sich rund 320 Polizisten gegenüber sahen, drangen in das Gebäude ein, in dem sie Türen und Fenster aufbrachen und schließlich mit Materialien aus dem Büro Barrikaden errichteten und die Tatenlosigkeit des alten mexikanischen Staates bei Frauenmorden denunzierten.

Auf ihrem Rückzug wurde die Demonstration von der Polizei mit Tränengas und physischer Gewalt angegriffen, worauf sich die Wut der Frauen nur noch mehr entfesselte und sie kurzerhand die Bahnstation, zu der sie sich zurückziehen wollten, auseinandernahmen.

Auch wenn der alte mexikanische Staat versucht, die Frauen einzuschüchtern, gelingt es ihm nicht im entferntesten. Immer wieder gibt es in Mexiko militante Proteste von Feministinnen, die die zahlreichen Frauenmorde in dem Land anprangern. Die Wut der Frauen wächst nur noch mehr und entlädt sich in der vergangenen Zeit immer wieder in den Protesten, in denen die Frauen immer wieder Scheiben zerschlagen, Feuer entzünden und öffentliche Gebäude mit Graffitis bemalen.

Ein Video ist zu den Protesten, findet sich hier.

 

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