Ein Beispiel aus Köln zeigt uns: Dieser Staat versagt dabei, die notwendigste Infrastruktur anständig am Laufen zu halten, geschweige denn in angemessener Zeit zu renovieren, und den Menschen funktionierende Verkehrsadern und öffentlichen Nahverkehr zu bieten.
In Köln leistet sich der Staat mit der Renovierung der Mülheimer Brücke eine Peinlichkeit nach der anderen. Der Baubeginn für das Projekt wurde ursprünglich auf 2017 gesetzt, verzögerte sich dann aber bis 2018. Seit April 2018 ist die Brücke, welche von Mülheim nach Niehl, beides Arbeiterviertel, führt, zumindest teilweise gesperrt. Dabei sollten die Sanierungen der Brücke nur bis 2022, also vier Jahre dauern. Während die ursprüngliche Einschätzung für die Kosten 116 Millionen war, sind die Kosten mittlerweile auf eine halbe Milliarden gestiegen.
Ab 2024 wird die Brücke vollständig gesperrt, auch die Bahnen fahren seit 2024 nicht mehr über die Brücke, ausschließlich für Fußgänger und Fahrradfahrer ist die Brücke freigegeben. Seit 2026 ist die Mülheimer Brücke eigentlich wieder befahrbar, im März wurde sie aber wieder gesperrt, weil weitere Schäden an der Brücke entdeckt wurden. Die Fertigstellung der Sanierung soll noch bis 2029 andauern, was bedeutet, dass die Brücke anstatt nicht in den geplanten vier, sondern innerhalb von ganzen elf Jahren saniert wird.
Über die Mülheimer Brücke fährt außerdem die Linie 13, welche eigentlich eine zentrale Rolle spielt, da sie fast einmal um Köln fährt. Über zwei Jahre ist aber durch die Sperrung der Mülheimer Brücke ein wichtiger Teil der Linie einfach getrennt gewesen. Auch für den Berufsverkehr ist die Brücke wichtig, da er das Arbeiterviertel Mülheim mit der linken Rheinseite verbindet, wo hauptsächlich gearbeitet wird. Seit der Sperrung wird der Verkehr über die südlich gelegene Zoobrücke geleitet, dass bedeutet Verlängerung des Arbeitsweges von mindestens 20 Minuten – das sind circa 1.600 Stunden oder 67 Tage die die Arbeiter Mülheims zusätzlich auf ihrem Arbeitswege verbringen müssen.





