100 Ausgaben der Roten Post!

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100 Ausgaben der Roten Post!

Wir teilen hier einen Artikel, den wir von den Freunden der Roten Post zugesendet bekommen haben. Die Rote Post Ausgabe Nummer 100 bekommt ihr jetzt bei euren Verteilern oder direkt bei den Freunden über deren Kontakt-Email: rotepost@gmx.de

100 Ausgaben Rote Post

Wir freuen uns, dass dies inzwischen die hundertste Ausgabe der Rote Post ist die ihr in den Händen haltet. Bereits seit Februar 2018 erscheint unsere Zeitung, fast ohne Ausnahmen, jeden Monat. Das sind zehntausende und aber zehntausende revolutionäre Zeitschriften, die wir in die Hände unserer Klasse gegeben haben.

Schon in unserer 5. Ausgabe standen wir das erste Mal vor dem erfreulichen Problem unsere Auflage erhöhen zu müssen. Damals stand in einem Leserbrief der auf der Website Dem Volke Dienen veröffentlicht wurde und die Situation der Revolutionäre und Kommunisten analysierte:

So haben die Genossen auf den unterschiedlichen Aktivitäten des Ersten Mai das neue Organ der proletarischen Revolutionäre in Deutschland, die Rote Post, mit einem bisher nie erreichten Umfang verbreitet. Dann ist es gelungen, in eine Front zu gehen, die offenbar nicht die Front ist, die unter der unangefochtenen Führung des Proletariats steht, sondern eine Front, die erlaubt hat, einen breiten politischen Raum zu erkämpfen.“

Das Wachstum was wir über die Jahre seit dem hatten und die Möglichkeit dazu beizutragen einen solchen Raum geschaffen zu haben, verdanken wir vor allem einer großen Zahl an freiwilligen Unterstützern die diese Zeitungen in ihren Viertel und ihren Betrieben verbreiten, sie in den lokalen Läden auslegen, sie auf kämpferischen Demonstrationen und internationalistischen Veranstaltungen verteilen, usw. Danke! Ohne eure Arbeit wäre diese Entwicklung niemals möglich gewesen.

Wir haben in diesen Jahren viele Lektionen gelernt, Kritiken erhalten und angewandt, an Kämpfen teilgenommen. Es werden noch viele mehr sein. Wenn wir uns an einige erinnern ist darunter die Kampagne der Feier zum 200. Jahrestag der Geburt von Karl Marx. Wir hatten die Große Ehre und Freude schon früh in unserem Bestehen an dieser internationalen Kampagne, die ein wichtiger Schritt für die Einheit der Fortschrittlichen und Kommunisten in der Welt war, teilnehmen zu können. In unserer 6. Ausgabe teilten wir einen Bericht der internationalen Feier die in Bremen stattfand.

In der selben Ausgabe konnten wir auch einen Artikel aus Hamburg teilen, der die schon beginnende Verankerungen in den Arbeitervierteln zeigte. Wir berichteten über unzumutbare Wohnsituation in der Wohnsiedlung Sonnenland, die von bürgerlichen Medien, Politikern und selbsternannten Gutmenschen ignoriert wurde:

Was klingt wie ein Bericht über eine Erfrischung im Sommerurlaub, beschreibt eine völlig andere Situation. Es ist Juli, und das Thermometer zeigt die heißesten Tage des Jahres an. Weit über 25 Grad im Schatten. Tage, an denen einem der Schweiß nur so runter läuft und man sich nach einem harten Arbeitstag nichts mehr wünscht, als unter der Dusche zu stehen. In der Siedlung Billstedt Sonnenland ist das nicht so einfach. Denn, im „Sonnenland“ sind seit geraumer Zeit Duschcontainer aufgestellt, weil es Stadt und SAGA (ein Unternehmen, das vollständig der Stadt Hamburg gehört und zeitgleich der mit Abstand größte Vermieter in Hamburg ist, mit im Jahr 2017 fast 1 Milliarde Umsatz und 200 Millionen Profit bei über 130.000 Mietwohnungen) nicht hinbekommen, notwendige Reparaturen an beschädigten Gas-Rohrleitungen vorzunehmen. Dadurch haben die anliegenden Wohnhäuser kein Heißwasser. Auch die Heizungen fielen deshalb aus, was aber im Moment noch kein Problem ist.[…]

Ein Mann steht an seinem Auto und legt Werkzeug in den Kofferraum. Wir begrüßen ihn freundlich und fragen ihn, ob er von den Maßnahmen betroffen ist. Er bejaht unsere Frage und beginnt zu berichten, dass bereits seit mitte Juni – also gut einem Monat – kein Heißwasser mehr verfügbar ist. Nicht nur ist man überrascht worden von den Reparaturmaßnahmen, sondern hat auch insgesamt kaum Informationen erhalten. Mehr als einen kleinen Aushang im Treppenhaus hat man bislang nicht zu Gesicht bekommen. […] Das Wochenblatt Billstedt ist die einzige Zeitung, die über die Lage berichtet hat. Laut ihm seien rund 279 Wohneinheiten betroffen – erzählen wir dem Anwohner. Doch dieser lacht nur kurz auf. In Summe meint er, dass wohl weit über 1000 Nachbarn diese Situation erleiden müssen und auf die Notmaßnahme angewiesen wären. Und wer weiß das wohl besser, als jemand der direkt vor Ort lebt und die Lage kennt? Doch einen Journalisten der bürgerlichen Presse hat man hier sowieso noch nicht gesehen – niemand von offizieller Seite interessierte sich für die Lage vor Ort.“

In der letzten Ausgabe von 2018 schrieben wir bereits: „Abschließend sei angemerkt, dass der DAX das Jahr 2018 mit einem Zweijahrestief abschloss. Dies und anderes sind erste Anzeichen für eine

kommende Krise.“ Am Fall des Daimlerwerks in Bremen beschrieben wir wie versucht wurde diese kommende Krise auf die Arbeiter abzuwälzen:

Wer hauptsächlich darunter leidet sind wie so oft die Leiharbeiter, die oft mit Lügen und falschen Versprechen von Übernahmechancen (würden sie sich nur gut genug bemühen) gelockt werden. In Wirklichkeit gibt es keine Sicherheit, keine Planbarkeit. Solange man gebraucht wird, nette Miene, wenn aber nicht mehr, darf man seine Sachen packen. So auch in diesem konkreten Fall. Denn Daimler machte Ende Oktober 2018 bekannt, dass 240 Leiharbeitsstellen gestrichen werden. Anfangs standen noch ganze 560 Stellen, die durch Leiharbeiter belegt werden, im Raum. Nun konnte sich aber mit dem Betriebsrat auf erst einmal „nur“ 240 Stellen geeinigt werden. Gute Arbeit von den angeblichen Arbeitervertretern vom Betriebsrat, auf die wir uns, wie dieses Beispiel einmal mehr zeigt, niemals verlassen können. So sind 240 Arbeiter wieder arbeitslos und dürfen sich nun den nächsten Job in diesem Sklaventreibersystem namens Leiharbeit bemühen.“

Aus der Krise die tatsächlich nicht mehr lange aus sich warten lies und schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie begann, kann sich der deutsche Imperialismus bis heute nicht befreien, viel mehr zeigten wir auch in unseren letzten Ausgaben, wie auch in dieser, auf wie sie sich immer weiter verschärft.

In unserer 17. Ausgabe von Juni 2019 hatten wir die Freude von konkreten Fortschritten in der Einheit der Revolutionäre in Europa in der gemeinsamen Kampagne gegen die EU-Parlamentswahl berichten zu können. In der selben Zeit hielten wir fest: „Das Sommerloch, was früher noch zu ‚ruhigen’ Nachrichtenzeiten in der Jahresmitte führte, scheint es nicht mehr zu geben.“ Was vor noch ein paar Jahren eine Neuigkeit war ist inzwischen selbstverständlich.

Nur zwei Ausgaben später teilten wir einen Bericht der Kampagne „Gerechtigkeit für Adel B.“ aus Essen, die ein Beispiel ist und war wie aus dem Mord an einem unserer Klassenbrüder eine starke Bewegung geschöpft wurde, die die Massen der Stadt und darüber hinaus vereint.

In der selben Zeit berichteten wir immer wieder über die Welle an Rebellion die Lateinamerika ergriff und wortwörtlich in Brand steckte. Jeder der Augen hat kann sehen, dass sich dieses Pulverfass seit dem nicht abgekühlt hat, sondern die Kämpfe der Massen immer wieder aufflammen und sich verstärken.

Ab März 2020, damals unsere 26. Ausgabe, brach die Krise des deutschen Imperialismus dann immer offener aus. Es wurde versucht sie auf die Corona-Pandemie zu schieben und mit dem ausgerufenen Ausnahmezustand wurde jede Maßnahme die Krise auf die Schultern der Massen abzuwälzen und jede Reaktionarisierung des Staates gerechtfertigt. Wir haben klar gesehen wie auch nach dem Ende des Ausnahmezustand die Angriffe auf die vermeintlichen „demokratischen Grundrechte“ weitergingen und wie der deutsche Staat bis heute nicht ansatzweise einen Ausweg aus der Krise gefunden hat.

Wir haben unsererseits die Schwierigkeiten des Ausnahmezustand überkommen und ihn immer wieder denunziert und uns widersetzt, so auch in der Kampagne zur Feier des 200. Jahrestag der Geburt von Friedrich Engels.

Schon ab der Ausgabe 37 mussten wir Zeitung ausweiten, da die Nachrichten der Kämpfe nicht mehr auf die Seiten passten. Nur zwei Ausgaben später begrüßten wir euch pünktlich zum 1. Mai 2021 im neuen Design. Wir schrieben:

Mit dieser Ausgabe jährt sich das Erscheinen der Roten Post zum dritten Mal, sie feiert also ihren dritten Geburtstag. Trotz aller Widrigkeiten und der Entwicklung des Klassenkampfes erschien die Rote Post in diesen drei Jahren kontinuierlich und zuverlässig Monat für Monat. Nicht als eine Internetzeitung, sondern etwas Materielles – Propaganda von Hand zu Hand. Und mit der Entwicklung des Klassenkampfes entsprechend entwickelt sich diese Zeitschrift und wächst, diese Ausgabe besteht nun zum ersten Mal aus 24 Seiten. Die Rote Post wird mittlerweile in mindestens einem Dutzend Städte in der Bundesrepublik verteilt. Sie wird hauptsächlich verkauft in den Arbeitervierteln und ist so ein wichtiges Mittel, auf dessen Grundlage sich die Revolutionäre in diesem Land mehr und mehr mit den tiefsten und breitesten Massen vereinen können.“

In unserer 50. Ausgabe hatten wir die Gelegenheit in Bremen einen Kampf erneut zu besuchen über den wir schon zuvor berichtet hatten:

„Bauschutt, offene Decken, Glaswolle und Kabel, für die Mieter der achtstöckigen Großwohnanlage Wohlers Eichen in Oslebshausen inzwischen Normalität. Seit 2018 ist die Wohnanlage nämlich Eigentum der Vonovia SE und unter dem Vorwand, die Häuser in Sachen Lebensqualität und Umwelt auf den neusten Stand zu bringen, begannen noch im selben Jahr die Renovierungsarbeiten. Dafür wird nun seit fast vier Jahren die Miete ständig erhöht, doch die Renovierung dagegen geht nicht voran. Nachdem bereits im August 2019 hier ein Artikel darüber erschien, haben wir uns dort nochmal mit den Mietern unterhalten. Denn seitdem hat sich dort kaum etwas getan.“

Auf internationaler Ebene haben in diesen Jahren wichtige Fortschritte in der Vereinigung der Kommunisten in der Welt unter dem Maoismus stattgefunden. So hatten wir die große Freude unsere 60. Ausgabe im Januar 2023 der Gründung des Internationalen Kommunistischen Bundes widmen zu können. Unter seiner Führung wurde 2023 die Kampagne zur Feier von 130 Jahren der Geburt des Vorsitzenden Mao auf der ganzen Welt kämpferisch begangen:

Der Bund bedeutet eine höhere Stufe der Einheit der Kommunisten auf der Welt , auf ihrem Weg, der der von Lenin gegründeten Kommunistischen Internationale, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts überall auf der Welt Millionen und Abermillionen Arbeiter in der Revolution, gegen den Imperialismus, geführt hat, folgt.“

Diese wachsende Einheit drückte sich in Europa zum Beispiel auch in der gemeinsamen Boykott-Kampagne gegen die EU-Wahlen aus, von der wir in unserer Nummer 78 aus dem Juli 2024 berichteten.

Ein besonders schöner Moment in unserer Arbeit sind stets die Interviews die wir mit Lesern, Arbeitern und revolutionären Organisationen führen konnten. Eins das für uns besonders hervorgestochen ist, fand kurz nach der Gründung des Roten Bundes statt. Ihr könnt dies auf ihrer Website roterbund.de finden. Es freut uns auch mitzuteilen, dass sich im Februar 2026 auch die Rote Frauenbewegung als Teil des Roten Bundes gründete. Die Genossen des Roten Bundes erklärten uns im Interview unter anderem:

Rote Post: Hallo. Genossen. Schön, dass ihr uns die Möglichkeit gebt, mit euch zu sprechen. Erst neulich wurde die Gründung einer neuen revolutionären Organisation in Deutschland bekannt gegeben. Der Rote Bund bewegt sich sozusagen innerhalb des gleichen politischen Umfeldes, in dem sich viele von unseren mitarbeitenden Genossen bewegen, und dem sich bestimmt auch eine Großzahl unserer Leser zugehörig fühlt. Darum sind wir sehr interessiert an dieser Entwicklung. Könnt ihr ein bisschen über diese neue Organisation erzählen, was ihr meint, was ihre Bedeutung ist?

Maria: Der Rote Bund ist eine Organisation, die von Genossen gegründet wurde, die in unterschiedlichen roten und internationalistischen Kollektiven gearbeitet haben in Berlin, Bremen, Hamburg, NRW und Baden-Württemberg, und von Einzelpersonen und kleineren Gruppen aus anderen Bundesländern. Manche von uns haben über viele Jahre zusammen revolutionäre Politik betrieben, aber vor allem lokal und ohne eine einheitliche bundesweite Organisationsform. Das haben wir jetzt geändert.

Wir sind überzeugt, dass in dem politischen Kampf von Klasse gegen Klasse die Organisation die wichtigste Waffe ist. Denn zur Erreichung von politischen Zielen braucht man entsprechende Organisations- und Kampfformen. Unserer Einschätzung nach war die Organisationsform, die wir über Jahre benutzt haben, in der Hauptsache gut und hat ihren politischen Zweck erfüllt. Aber heute ist diese Organisationsform veraltet und entspricht nicht dem aktuellen Moment des Klassenkampfes in Deutschland. Wir haben dafür unsere politischen Aufgaben gemeinsam eine Zeit lang diskutiert und haben uns auf ein politisches Programm geeinigt. In diesem haben wir unsere Ziele definiert.

Um für diese Ziele zu kämpfen, brauchen wir eine Organisationsform, die uns in die Lage versetzt, bundesweit einheitlich zu wirken. Auch ist es wichtig für uns, den Genossen in Teilen des Landes, wo es bis jetzt keine Kollektive gab, und die jetzt wachsendes Interesse an unserer Arbeit haben, eine Möglichkeit zu geben, sich gemeinsam mit uns zu organisieren. Deswegen haben wir den Roten Bund gegründet, als eine breitere Aktivistenorganisation, von der wir überzeugt sind, dass sie uns eine ganz andere Reichweite und perspektivisch politische Wirksamkeit erlauben wird.“

In unserer 88. Ausgabe berichteten wir über die schwierige Situation, der die Genossen der Kommunistischen Partei Indien (Maoistisch) bis heute entgegentreten, als bekannt wurde, dass ihr Anführer Genosse Basavaraj von der Reaktion ermordet wurde. Es ist klar, dass der von ihnen geführte Volkskrieg diese Situation überwinden wird und ausweichlich siegreich sein wird:

Der von der Kommunistischen Partei Indiens (Maoistisch) geführte Kampf der armen Bauern gibt diesen die Perspektive der Befreiung von der Unterdrückung. Sie verändert in der Tat die Realität dieser unmittelbar. Denn mittels des bewaffneten Kampfes in der PLGA, befreien sich die Bauern von der Herrschaft der Großgrundbesitzer und deren Handlanger, nehmen sich Land um zu leben und erobern und bauen Neue Macht auf. Diese ist die neue Gesellschaft, der neue Staat in Formierung, bei dem die Macht der revolutionären Klassen des Volkes, auf Basis des Bundes der (hauptsächlich armen) Bauern und der Arbeiter unter der Führung der Kommunistischen Partei aufgebaut wird. Das heißt es gelten eigene Gesetze und Rechte für diese Gebiete. Die Stützpunktgebiete und Guerillazonen in denen die Macht des alten indischen Staates zeitweilig oder teilweise hinweggefegt wurde, verwalten sich eigenständig. Darin betreiben die Ärmsten und Fleißigsten ihre Politik, eine gemeinschaftliche Politik, mit dem Ziel eine gerechtere und bessere Gesellschaft aufzubauen. Zum Beispiel spielen die Frauen des Volkes, die in Indien sonst auf unglaublich grausame Weise unterdrückt werden, eine wichtige Rolle. Es wird das Land gerecht aufgeteilt und Regeln aufgestellt, die dafür sorgen dass eine Gleichberechtigung und relative Gleichheit angestrebt wird.“

Der Rote Bund nahm auch an der Gründung der Internationalen Anti-Imperialistischen Liga teil, von der wir in unserer 96. Ausgabe einen Bericht teilen konnten.

Wir freuen uns immer von euch zu hören, sei es mit Kritik, Anmerkungen, Ideen für Artikel oder auch Erinnerungen an Kämpfe die wir in diesen Jahren mit euch teilen durften. Ihr erreicht uns wie immer unter rotepost@gmx.de. Auf hunderttausende und Millionen Zeitungen mehr in den Händen unserer Klasse! Auf viele weitere gemeinsame Kämpfe!

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