Für das Recht auf Abtreibung auf die Straße!

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Für das Recht auf Abtreibung auf die Straße!

Wir teilen hier einen Aufruf der Roten Frauenbewegung gegen den „Marsch für das Leben“:

Für das Recht auf Abtreibung

auf die Straße!

Christliche Fundamentalisten und andere Reaktionäre wollen an diesem Wochenende ihre erzreaktionäre und frauenfeindliche Agenda verbreiten; wir werden ihnen nicht dabei zusehen.

Frauen sind Menschen

Denn das, was sie versuchen wollen uns als „Lebensrecht“ im Sinne der „Menschenrechte“ zu verkaufen, bedeutet in der Tat uns Frauen zu entrechten und als Mittel zum Zweck ihrer Interessen zu degradieren. Doch diese klaren Artikulationen von Widerlichkeiten der selbsternannten Lebensschützer verdeutlichen nur einmal mehr, wie auch dieser Staat der Bourgeoisie auf die Aufrechterhaltung der patriarchalen Unterdrückung beharrt, durch das Bestehen auf die Illegalisierung von Abtreibungen. Es verdeutlicht einmal mehr, wie diese sogenannte Demokratie auf ihre eigenen und obersten Gesetzte scheißt, wie dem Artikel 1 im Grundgesetz der „unantastbaren Menschenwürde“, wenn dessen konsequente Durchsetzung ihren tatsächlichen Vorstellungen widerspricht. Wie der Betrüger Merz durch seine Reaktion 2024 selbst auf einen Gesetzesvorstoß zur Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen unter deutlichen Beweis stellte, den er als „skandalös“ bezeichnete.

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Abtreibung ist eine Klassenfrage

Wie alle Fragen in der Klassengesellschaft einen Klassenstempel tragen, sind und waren auch Abtreibungen immer eine Klassenfrage in dieser Gesellschaft. Die frauenverachtenden „Lebensrechtler“ sagen: „Liebe und Verantwortung statt Abtreibung“. Doch für manche von uns bedeutet eine Abtreibung, die liebes-und verantwortungsvollste Entscheidung zu treffen für die Mäuler, die wir schon zu stopfen haben.

Zudem werden Frauen aller Klassen, die kein Kind zur Welt bringen wollen, immer einen Weg finden, um ungewollte Schwangerschaften zu beenden, egal wie hart die Regierung die reaktionären Ideen der alten Gesellschaft in Verboten durchsetzt. Die Herrschende Klasse wird immer in der Lage sein, einen diskreten Arzt zu bezahlen. Während die Frauen der Arbeiterklasse Lösungen finden müssen, die ihre eigene Gesundheit aufs Spiel setzen können. Global betrachtet sterben noch immer 30.000-40.000 Frauen im Jahr in Folge von Schwangerschaftsabbrüchen und das natürlich vor allem in Ländern, mit noch härterer Gesetzgebung.

Auch unter der aktuellen Regelung von Abtreibungen durch den §218 im Strafgesetzbuch in Deutschland, zeigt sich, dass die „gewissen Umstände“ unter denen die Selbstbestimmung von Frauen in dieser Frage straffrei bleibt, Umstände sind, in die die Frauen unserer Klasse nicht so leicht geraten wie die Frauen der Bourgeoisie: Die Kosten für Abtreibungen sind hoch und müssen selbst getragen werden, erst ab einer gewissen Einkommensgrenze kann eine Übernahme beantragt werden die selbstverständlich streng geprüft wird, die Versorgung ist in vielen Regionen des Landes nach wie vor völlig unzureichend usw.

Deswegen wissen wir, dass der Kampf um Abtreibungen am Ende der Kampf unseres Überlebens ist, nicht in diesem System, sonder unseres Überlebens des Systems.

Weg mit §218! Frauen kämpft und wehrt euch!

Am 19. September für Abtreibungen auf die Straße!

Ab 13.00 Uhr, Neumarkt, Köln

Rote Frauenbewegung

September 2026

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