Köln: Kämpferische Proteste gegen Marsch von Abtreibungsgegnern

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Köln: Kämpferische Proteste gegen Marsch von Abtreibungsgegnern

Wir veröffentlichen einen Bericht, den wir zugeschickt bekommen haben.

Am Samstag, dem 19.09.2026, riefen selbsternannte „Lebensschützer“ zu ihren jährlich stattfindenden „Märschen für das Leben“ in Berlin, Köln und Zürich (Schweiz) auf.

Bereits in den vergangenen Jahren kam es immer wieder zu Blockadeaktionen und anderen Störaktionen gegen den Marsch. Deswegen ließ die Polizei im Vorhinein schon mitteilen, dass sie mit einem Großaufgebot den Marsch der „Lebensschützer“ schützen und laufen lassen wolle.

Mehrere Hunderte Gegendemonstranten standen am Samstag dann einer deutliche geringeren Anzahl von den Reaktionären gegenüber. Denn hinter dem scheinbar harmlosen Namen „Lebensschützer“ stecken waschechte Reaktionäre aus bürgerlichen Parteien, christliche Fundamentalisten und weitere Frauenhasser, die unter dem Deckmantel des Schutzes des „ungeborenen Lebens“ die Kriminalisierung von Abtreibungen fordern.

Die gerechtfertigte Wut zahlreicher – und vor allem weiblicher – Gegendemonstranten äußerte sich auch in diesem Jahr in einigen kämpferischen Aktionen, wie einer Störaktion vor der Bühne der Reaktionäre oder kleineren Blockade-Aktionen.

Unter der Parole „Weg mit §218! Frauen kämpft und wehrt euch!“ beteiligten sich die Genossinnen der Roten Frauenbewegung entschlossen und kämpferisch mit mit einer großen Anzahl von Genossinnen und Genossen an den Protesten. Sie verteilten Ausgaben der Zeitung „Klassenschwester“ und hunderte Flyer mit ihrem Aufruf zur Demonstration. Auf Schildern und in kurzen Redebeiträgen denunzierten sie die Reaktionäre des „Marsch für das Leben“. Sie machten deutlich, dass das Recht auf Abtreibung eine Klassenfrage ist und das wirkliches „Lebenschützen“ bedeuten würde für die Frauen und Kinder, für eine bessere Gesundheitsversorgung und gegen Armut zu kämpfen. Durchweg waren laut Parolen zu hören, in denen der gerechtfertigte Kampf gegen das Patriarchat hochgehalten wurde. Im Laufe der Proteste schlossen sich immer mehr Teilnehmer dem Block an.


Dass der seit über 150 Jahren andauernde Kampf für die Legalisierung von Abtreibungen bis heute Frauen stark mobilisiert, ist auch der Reaktion bekannt. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen der Marsch immer wieder blockiert worden war oder die Aktionen der Abtreibungsgegner anderweitig gestört wurden, wurde das Großaufgebot von gepanzerten Polizeieinheiten durch eine Überwachungsdrohne unterstützt, um die Gegendemonstranten einzuschüchtern. Dies stellt neben den alt bekannten Hamburger Gittern und den benannten Großaufgebot der Polizei eine neue Stufe der Repression auf Demonstrationen dar, auf denen es um die Forderung nach einem demokratischen Recht geht. Während der Gegendemonstration kam es immer wieder zu Provokationen seitens der Polizei, die weite Teile dieser im Spalier begleitete, Teilnehmer filmte, sie schubste und auf dem Heimweg drangsalierte.

Das hinderte die Demonstranten des Gegenprotestes aber nicht daran lautstark ihren Hass gegen die „Lebensschützer“, die Bullen und das Patriarchat im Allgemeinen zu zeigen. Im Gegenteil, die Angriffe der Bullen wurden lautstark denunziert und zurückgeschlagen. Ganz gemäß der Parole der Roten Frauenbewegung: Frauen kämpft und wehrt euch!

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