Die „wertegeleitete Außenpolitik“ von Baerbock bremst eine Aufarbeitung der Taten der Colonia Dignidad

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Die „wertegeleitete Außenpolitik“ von Baerbock bremst eine Aufarbeitung der Taten der Colonia Dignidad

Die Colonia Dignidad (übersetzt „Kolonie der Würde“) ist eines der düstersten Kapitel der Außenpolitik der BRD. Der deutsche Pädophile Paul Schäfer errichtete 1961 mit weiteren deutschen Auswanderern eine Siedlung inmitten der chilenischen Landschaft. In dieser religiösen Sektensiedlung wurden über vier Jahrzehnte lang hunderte Menschen getötet, gefoltert und missbraucht – im Wissen und Schutz der deutschen Botschaft in Chile. Die deutsche Beteiligung ging sogar so weit, dass deutsche Diplomaten die geflüchteten Missbrauchsopfer damals zurück in die Siedlung brachten. In der Zeit der blutigen Militärdiktatur unter Augusto Pinochet richtete der chilenische Geheimdienst DINA mit Unterstützung von Paul Schäfer auf dem Gelände ein Gefangenenlager ein. Das Schicksal und der Verbleib der Gefangenen sind bis heute nicht aufgeklärt. Mittlerweile leben zahlreiche Täter aus der Colonia Dignidad in Deutschland. Strafrechtliche Aufarbeitung – Fehlanzeige! Alle Ermittlungsverfahren wurden eingestellt. Den Opfern und ihren Angehörigen bleibt nichts. Auch kein Ort der Trauer. Auf dem ehemaligen Foltergelände herrscht Tourismusbetrieb. Nun können sich Touristen auf dem Foltergelände, was jetzt Villa Baviera (übersetzt „bayerisches Dorf“) heißt, mit „bayerischer Küche“ versorgen lassen.

Zwar hat sich einiges geändert, das Firmengeflecht ist aber immer noch dasselbe, wie es Schäfer und seine Führungsclique in den 1980er-Jahren gegründet hatten.1 Die Beteuerungen und Zusagen auf Aufarbeitung und der Schaffung eines Gedenkorts des deutschen Bundestages bleiben nichts als leere Phrasen. Seit ganzen 8 Jahren wird nun an einem Konzept gearbeitet, wofür das Auswärtige Amt extra Experten unter Vertrag genommen hat. Nun berichten Medien in Deutschland2, dass das Auswärtige Amt die Experten abgesetzt hat. Das Konzept von Elke Gryglewski, Leiterin der KZ-Gedenkstätte Bergen Belsen, was auf Gespräche mit Missbrauchsopfern, Angehörigen und Sektenmitgliedern basiert, ist nun wertlos. Offenbar passiert dies nun auch auf Druck der chilenischen Regierung unter Boric. Dies ist die „wertegeleitete Außenpolitik“ von Ministerin Baerbock. Wenn es gegen eigene Interessen geht, wird sich hinter einem Sumpf von Bürokratie versteckt. Eine Aufarbeitung der dort begangenen Verbrechen – Mord, schlimmste Folter und Misshandlung von deutschen und chilenischen Kindern – durch Paul Schäfer, seiner engsten Unterstützer und des chilenischen Geheimdienstes, alles im Wissen der deutschen Botschaft in Chile, ist nicht im Interesse des deutschen und chilenischen Staates.

 

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