Am 12. Februar wurde der 23-jährige Leandro Candinho de Souza von der Militärpolizei von Paraná, der mit seinen weiteren Fans von einem Spiel von Athletico Paranaense zurückkehrte, standrechtlich erschossen.
ROTAM, eine Spezialeinheit der Militärpolizei, traf ein und unter dem Einsatz von Blendgranaten, Schlagstöcken und Gummigeschossen attackierten und unterdrückten sie die Fans, die flohen und sich in den Hinterhöfen umliegender Häuser zurück zogen. Feige stellten die Polizisten Leandro und exekutierten ihn. Später behaupteten sie, der junge Arbeiter sei bewaffnet gewesen und habe die Polizei angegriffen – eine Version, die von Familienangehörigen, Zeugen und Videos des Vorfalls widerlegt wird.
Am darauffolgenden Tag veranstaltete die Fangruppe „Os Fanáticos“ eine Demonstration in der Straße Brasílio Itiberê vor dem Stadion des Vereins. Nachdem sie die Straße mit einer Barrikade blockiert hatten, zündeten die Demonstranten Reifen an, während Freunde, Familie und Nachbarn die Polizeigewalt anprangerten und Gerechtigkeit forderten.

Am selben Tag, an dem Leandros Freunde und Angehörige gegen seine Hinrichtung protestierten und die Herkunft der Waffe, die dem jungen Arbeiter zugeschrieben wurde, infrage stellten, fand weniger als vier Kilometer vom Stadion entfernt ein weiterer Mord durch die ROTAM statt.
Am 13. Februar stürmte die Militärpolizei eine Hütte in Vila Torres und exekutierte den 25-jährigen William Barbosa da Silva am helllichten Tag. Anders als offiziell veröffentlicht und von der sensationslüsternen Presse in Curitiba verbreitet, ereignete sich der Mord nicht im Zuge einer bewaffneten Auseinandersetzung mit der Polizei, sondern war eine von den Behörden angeordnete Hinrichtung ohne Gerichtsverfahren.
Laut Anwohnern traf die Militärpolizei gegen Mittag in der Siedlung ein, um nach William zu suchen, und stürmte eine Hütte, in der er sich aufhielt. Nachbarn hörten William schreien, während er gefoltert wurde. Die ROTAM-Mörder blieben dort etwa zehn Minuten, bevor sie den jungen Mann hinrichteten. Unmittelbar nach der Hinrichtung kehrte einer der Polizisten zum Streifenwagen zurück, holte einen Revolver unter dem Sitz hervor und ging zurück zur Hütte, während ein anderer Wache am Tor hielt.
Als Reaktion auf die Schüsse stürmte die Anwohner der Gegend los, um die mörderische Polizei zur Rede zu stellen und gegen einen weiteren feigen Mord eines wehrlosen Menschen zu rebellieren. Von den Anwohnern beschuldigt, begannen die Mörder Williams, den Aufruhr mit Drohungen und Gewalt zu unterdrücken. Die Polizei schoss nicht nur mit einem Gummigeschoss auf ein Kind, sondern versuchte auch, einen Anwohner zu überfahren, richtete Schusswaffen auf die Bewohner und drohte mit weiteren Morden.

Die Anwohner versammelten sich in der Guabirotuba-Straße, errichteten eine Barrikade und zündeten diese an, wodurch der Verkehr in der Gegend blockiert wurde. Anschließend zogen sie zur Avenida Comendador Franco, auch bekannt als Avenida das Torres, einer der wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen der Stadt. Dort blockierten sie erneut den Verkehr und stellten einen Bus quer über die Straße. Kurz bevor sie den Bus in Brand setzen konnten, wurden sie von der Militärpolizei gestoppt.

Daten des sogenannten Justiz- und Sicherheitsministeriums und des „Gewaltatlas“ 2025 zeigen, dass die brasilianische Polizei im vergangenen Jahr 6.519 Menschen ermordet hat, was einem Anstieg von 4,5 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. De facto exekutierte der alte Staat 18 Menschen pro Tag, was einen jahrzehntelangen reaktionären Bürgerkrieg gegen die arme, schwarze und bäuerliche Bevölkerung offenbart. Brasilien befindet sich seit vier Jahren in einer Phase tödlicher Angriffe, wobei Repression die vorherrschende Strategie der Staatspolitik gegenüber der Bevölkerung darstellt.
Eine oberflächliche Datenanalyse zeigt keinen Unterschied zwischen den Parteien der alten Ordnung hinsichtlich der Vernichtung der Bevölkerung. Alle sind in das Gemetzel verwickelt – von der falschen Linken der PT bis zu den Bolsonaro-Anhängern oder der sogenannten „Mitte“. Bahia, seit über 20 Jahren ununterbrochen von der PT regiert, aktuell von Jerônimo Rodrigues, ist mit 1.569 Morden durch die Militärpolizei (MP) im Jahr 2025 weiterhin der tödlichste Bundesstaat des Landes. Danach folgen São Paulo unter der Herrschaft des Bolsonaro-Unterstützers Tarcísio de Freitas (839 Morde) und Rio de Janeiro unter Cláudio Castro (789 Morde). Dies zeigt, dass Repression die gemeinsame Vorgehensweise der verschiedenen Machthaber ist.

Die alarmierendste Entwicklung ereignete sich 2025 jedoch in Rondônia, einem Bundesstaat unter der Herrschaft des reaktionären Oberst Marcos Rocha. Dort schnellte die Zahl der von der Polizei begangenen Morde von 8 auf 47 Fälle in die Höhe – ein erschreckender Anstieg um 488 %. Dieser brutale Anstieg ist kein Zufall: Rondônia ist einer der Hauptschauplätze des bewaffneten Bauernkampfes in Brasilien. Die Polizeirepression in diesem Bundesstaat dient als bewaffneter Arm des Großgrundbesitzes und nutzt Vernichtung von Menschen als Mittel zur Unterdrückung des Kampfes um Land und der Agrarrevolution.
Der sogenannte angebliche „Krieg gegen das Verbrechen“ in Rondônia ist in Wirklichkeit eine fanatische Verfolgung der Landbesetzungen und revolutionären Gebiete der Liga der Armen Bauern (LCP). Der alte Staat versucht, den gerechten Kampf der Bauern zu kriminalisieren, indem er ihn als „Terrorismus“ oder „organisierte Kriminalität“ diffamiert, um den Einsatz von Spezialeinheiten wie dem Bataillon für Spezialoperationen der Polizei (BOPE) zu rechtfertigen. Diese Operationen enden regelmäßig mit außergerichtlichen Tötungen.




