Am späten Montag verkündete der militärische Sprecher der sogenannten Huthis (Ansar Allah, die de-facto Regierung des Jemen), Yahya Saree: Mit Saudi-Arabien in Verbindung stehenden Schiffen werde die Passage durch die Meerenge von Bab al-Mandab nun verboten. Das sei eine „Blockade als Antwort auf die Blockade“ – eine Reaktion auf die umfassende saudische Blockade jemenitischer Häfen und Flughäfen.
Der Jemen sandte außerdem eine Mitteilung an Reedereien, in der das Be- und Entladen von Fracht in oder aus saudischen Häfen untersagt wurde. Esmail Ghaani, Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, hatte bereits vor etwa einem Monat erklärt, Bab al-Mandab könnte geschlossen werden, sollte der völkerrechtwidrige Angriffskrieg des US-Imperialismus auf den Iran nicht andauern.
Nach der angekündigten Blockade, ohne das irgendetwas passiert wäre änderten bereits einige Schiffe vorsichtshalber ihren Kurs, wie bürgerliche Medien berichteten. Es zeigt sich, dass weder Schiffe versenkt oder eine vollständige Blockade durchgesetzt werden muss. Es bedarf keiner großen Anstrengung des Jemens, um den Handelsverkehr zu stören.
Die Drohung alleine, reicht schon aus, um die Prämien für Schiffsversicherungen in die Höhe zu treiben. So werden Schiffe dazu gebracht, alternative Routen zu nehmen, die Transitzeiten verlängern sich, die Kosten steigen.
Etwa 12 Prozent des weltweiten Seehandels durchlaufen Bab al-Mandab, die rund 27 Kilometer breite Meeresstraße, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Eine militärische Eskalation im Roten Meer wäre gerade für die Imperialisten in Europa kostspielig. Denn die EU-Länder sind für die Lieferung von Energie und Waren aus Asien und der Golfregion auf diesen Korridor angewiesen.
Die Sorgen der Imperialisten, insbesondere der deutschen, scheint die MLPD zu teilen. Diese verkündete unlängst in ihrem Artikel „Will Huthi-Miliz den Suezkanal abwürgen?“:
Im Gegensatz zur Sperrung der Straße von Hormus wäre „der Schaden, wenn sie [Bab al-Mandab] gesperrt wird, wäre vielfach größer. … Deswegen wären die Auswirkungen auf die international organisierten Produktionsketten nochmals erheblich schlimmer, würde der Seehandel hier unterbrochen. … Wenn es wirklich dazu kommt, dass die Straße von Bab al-Mandab gesperrt wird oder auch nur zu einer aktiven Kampfzone wird, werden die wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Kriegs rapide zunehmen …“
Es ist beeindruckend wie offen und ehrlich die MLPD hier den Standpunkt des deutschen Imperialismus einnimmt und offenbar infrage des Iran es mit dem Selbstbestimmungsrecht der Nationen hält, wie Rosa Luxemburg es mit Polen tat.
Wenn die USA (oder eine beliebige andere imperialistische Macht, aber besonders die USA als einzige hegemoniale imperialistische Supermacht) einen anderen souveränen Staat völkerrechtswidrig überfallen und sich dieser Staat (im Falle Irans ziemlich erfolgreich) zur Wehr setzt, diesen Angriffen, den Massakern und dem Bombenterror der Amis widersteht und andere Staaten (in diesem Falle Jemen) diesen gerechtfertigten Kampf unterstützen, dann ist es nicht Zeit zu wehklagen, sondern Postion zu beziehen, für das legitime Recht der unterdrückten Nationen auf Widerstand gegen die imperialistische Aggression, egal ob Iran, Palästina oder Ukraine.





