Erneuter Dämpfer fürs deutsche Finanzkapital

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Erneuter Dämpfer fürs deutsche Finanzkapital

Vor wenigen Monaten wurde von Seiten bürgerlicher „Experten“ verkündet, die ökonomische Krise werde nun endlich in 2026 überwunden werden. Doch zu früh gefreut. Sowohl für dieses, wie auch für das nächste Jahr werden BIP-Wachstumszahlen von unter einem Prozent, etwa die Hälfte von zuvor Prognostizierten, erwartet.

Allein „die expansive Fiskalpolitik“ verhindere „ein stärkeres Abrutschen“, so heißt es vom ifo-Institut. Das bedeutet nur die massiven staatlichen Subventionen – aus Steuergeldern und auf Pump – können zur Zeit ein erneutes Abrutschen in die Rezession hinauszögern.

In einer „Gemeinschaftsdiagnose“ von Ifo-Institut und dem Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wird eine deutliche Steigerung der Lebenshaltungskosten erwartet. Die Inflationsrate in diesem Jahr soll demnach auf durchschnittlich 2,8 Prozent steigen und 2027 auf 2,9 Prozent.

Zum Vergleich der letzte Abschluss von ver.di für die Arbeiter im öffentlichen Dienst der Länder lag bei 2,8 Prozent ab 1. April 2026, 2,0 Prozent ab 1. März 2027 und 1,0 Prozent ab 1. Januar 2028. Die Inflation alleine wird also die mageren Einkommenserhöhungen auffressen.

DIW und ifo-Institut erklären: Der Energiepreisschock entfache vorübergehend die Inflation, heißt es in der Prognose. Der Anstieg des Erdgaspreises verteure nicht zuletzt auch Düngemittel, was auf die Nahrungsmittelpreise ausstrahle. Zudem dürften höhere Produktions- und Transportkosten auf die Preise für viele Waren durchschlagen. Die gestiegene Inflation dämpfe den privaten Konsum.

Im März steigen die Verbraucherpreise bereits auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Die Inflationsrate lag bei 2,7 Prozent nach 1,9 Prozent im Februar, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Auch die Arbeitslosigkeit bleibt weiter ein Problem. Die schwache Konjunktur hinterließe deutliche Spuren. Die „Frühjahrsbelebung“ bleibe in diesem Jahr ohne nennenswerten Schwung, sagte die Chefin der Bundesagentur für Arbeit. Sie verharrt weiter oberhalb der Drei-Millionen-Marke.

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