Eine Explosion ereignete sich heute vor fünf Jahren, am Morgen des 27. Juli 2021 im Currenta-Entsorgungszentrum, nördlich der Innenstadt von Leverkusen und des Chemparks Leverkusen. Sie erschütterte das Gebiet über die Stadt hinaus.
Im Entsorgungszentrum des Unternehmens Currenta im Stadtteil Wiesdorf geriet ein Tanklager für flüssigen Giftmüll in Brand. Durch die Explosion wurden sieben Arbeiter ermordet, 31 wurden verletzt, fünf davon mit lebensgefährlichen Verbrennungen.
Drei Tanks mit Giftmüll gerieten in Brand, jeder 300 bis 400 Kubikmeter (d.h. 300.000 bis 400.000 Liter) groß. Darin flüssige Produktionsabfälle aus der chemischen Industrie, unter anderem verschiedene chlorierte wie auch nicht chlorierte Lösungsmittel.
Gegen halb Zehn ereignete sich eine schwere Explosion, die sieben Arbeiter in den Tod riss Dutzende weitere verletzte. Die Leichen eines Lkw-Fahrers und eines Arbeiters von Currenta wurden rasch gefunden, doch fünf weitere ermordete Arbeiter verblieben über Wochen in den Trümmern. Erst am 13. August 2021 wurde der letzte von ihnen geborgen.
Aufsichtsbehörden und Currenta versuchten den Eindruck zu erwecken, man habe das Löschwasser auffangen und so den Rhein, aus welchem u.a. auch Trinkwasser entnommen wird, schützen können. Dies erwies sich als Lüge. Im Zuge der Löscharbeiten gelangten Millionen Liter kontaminierten Löschwassers in den Rhein. Es wurden mindestens 60 Kilogramm des Insektengiftes Clothianidin (ein seit 2018 EU-weit verbotenes Neonicotinoid) und weitere Giftstoffe mit dem Löschwasser in den Rhein gespült.
Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die meisten Verfahren gegen Verantwortliche zu dem Themenkomplex von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden und Currenta mit einem Wehrgeld von 1,9 Millionen Euro davon kommt.





