Indien | FACAM: Stoppt die Operation Schwarzer Wald 2

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Indien | FACAM: Stoppt die Operation Schwarzer Wald 2

Wir teilen hiermit eine inoffizielle Übersetzung einer Erklärung des Forums gegen Korporatisierung und Militarisierung (FACAM):

Beunruhigende Nachrichten erreichten uns in der Nacht des 18. Februar 2026 aus Zentralindien. Der indische Staat startete die Operation „Schwarzer Wald 2“ im Karreguttalu-Gebirge im Grenzgebiet zwischen Chhattisgarh und Telangana und setzte über 2.000 Sicherheitskräfte ein. Rund 300 maoistische Rebellen sind von zahlenmäßig fast zehnmal überlegenen Kräften umzingelt, die mit modernster Technologie und Überwachungstechnik ausgerüstet sind. Gegen hochrangige Führer der KPI (Maoistisch) – Devji, Kesa Sodhi, Ganapathi, Malla Raja Reddy und Misir Besra – liegen Haftbefehle vor. Berichten zufolge wurden fünf maoistische Rebellen bei der Operation getötet. Zudem sollen etwa zehn Rebellen von den Sicherheitskräften gefangen genommen worden sein. Dies ist besonders besorgniserregend, da staatliche Sicherheitskräfte Rebellen in inszenierten Gefechten (Fake Encounter) während ihrer Haft gefoltert und brutal ermordet haben sollen.

Die CRPF-Kräfte führen täglich Operationen durch, indem sie in Gebieten wie Tadapala, Pamunuru, Murumuru und Doli in Karregutta vorgeschobene Operationsbasen (FOBs) errichten. In der Vergangenheit dienten diese FOBs als Schauplätze brutaler Angriffe auf die Adivasi-Bauernbevölkerung, wobei es wiederholt zu Vorwürfen von Tötungen, sexueller Gewalt, Folter, Vertreibung und Zerstörung von Häusern kam.

Die Operation Schwarzer Wald, die zwischen April und Mai 2025 stattfand, folgte einem ähnlichen Muster aus Einkesselung und geplanten Attentaten. Bei der 21-tägigen gemeinsamen Operation der CRPF, COBRA, DRG und CAF in Karreguttalu im vergangenen April wurden 31 maoistische Rebellen massakriert, darunter der Generalsekretär der KPI (Maoistisch), Basavaraj. Bürgerrechtsorganisationen wiesen darauf hin, dass er während einer medizinischen Behandlung in Odisha von staatlichen Sicherheitskräften gefangen genommen und anschließend in einem inszenierten Gefecht getötet wurde. Eine unabhängige gerichtliche Untersuchung wurde gefordert, aber nicht umgesetzt.

Nach diesen kaltblütigen Morden wurde der Prozess für Bergbau- und Expansionsprojekte in angrenzenden Regionen, einschließlich Gadchiroli, beschleunigt. Die Projekte haben einen Wert in Milliardenhöhe für private Unternehmen wie Lloyd Minerals und legen damit offen den direkten Zusammenhang zwischen Militarisierung und Rohstoffgewinnung durch Konzerne offen.

Bürgerrechtsgruppen, demokratische Organisationen und Forschungsteams warnen wiederholt davor, dass die Operation Kagaar eine qualitative Eskalation genozidaler Gewalt unter dem Deckmantel der Aufstandsbekämpfung in Zentralindien darstellt. Dokumentiert wurden unzählige inszenierte Gefechte, Massenverhaftungen, die Stigmatisierung von Einwohnern als „Sympathisanten von Maoisten“, Einschränkungen für Journalisten und unabhängige Beobachter, die Besetzung von Schulen durch Sicherheitskräfte sowie der Einsatz von Luftaufklärung und bewaffneten Drohnen in Waldgebieten. Berichte weisen zudem auf Zwangsevakuierungen, die Verweigerung des Zugangs zu Waldgebieten und der kleinbäuerlichen Forstwirtschaft, die Zerstörung traditioneller Lebensweisen und die Kriminalisierung grundlegender demokratischer Kritik hin. Die Unterdrückung bürgerlicher Freiheiten durch drakonische Gesetze, langjährige Inhaftierungen ohne Gerichtsverfahren und Angriffe auf Anwälte, Aktivisten und Journalisten haben in Bastar und den umliegenden Regionen ein Terrorregime geschaffen.

Die blutige Vernichtungskampagne im Rahmen der Operation Kagaar wird im Interesse ausländischer und inländischer Konzerne wie Adani, Essar, ArcelorMittal, Jindal, Lloyd und POSCO durchgeführt. Was als „Entwicklung“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit ein großflächiger Transfer von Land, Wäldern und Bodenschätzen, um diese unter die Kontrolle von Konzernen zu bringen.

Das Blut, das aus den Leichen massakrierter Bürger fließt, wird zum roten Teppich, den Konzerne ausbreiten. In den zwei Jahren seit der Verschärfung der Operation Kagaar wurden Tausende getötet, vertrieben oder inhaftiert, während Bergbaukorridore, Eisenbahnlinien für den Erztransport und Industrieprojekte in beispielloser Geschwindigkeit genehmigt wurden.

Die maoistische Bewegung basiert auf den sozioökonomischen und politischen Problemen, die innerhalb des Systems fortbestehen. Diese strukturellen Probleme lassen sich nicht durch Militarisierung oder die willkürliche Tötung mutmaßlicher Maoisten lösen. Die Behauptung des Staates, den „Naxalismus mit Feder und Waffe“ zu vernichten, offenbart den Versuch, nicht nur den bewaffneten Widerstand zu unterdrücken, sondern auch die Stimmen von Schriftstellern, Studenten, Anwälten und Menschenrechtsverteidigern zum Schweigen zu bringen, die Fragen zu Land, Lebensweise und verfassungsmäßigen Rechten ansprechen.

Die Bombardierung von Waldgebieten, der Einsatz von Drohnen und Mörsern sowie die massive Stationierung bewaffneter Kräfte in zivilen Gebieten führen zur Zerstörung der Lebensgrundlagen der Adivasi-Bauern. Tausende unserer Brüder und Schwestern sterben, um die Profitgier von Konzernen zu befriedigen. Die getöteten maoistischen Rebellen sind nicht nur Kämpfer, sondern auch Menschen dieses Landes, die Anspruch auf verfassungsmäßige Rechte und ein faires Verfahren haben. Sie werden gefangen genommen, brutal gefoltert – ihnen werden Knochen gebrochen, Fingernägel ausgerissen und Körperteile wie Brüste abgetrennt –, sie werden sexuell missbraucht und vergewaltigt und anderen unsäglichen Gräueltaten ausgesetzt, bevor sie in inszenierten Gefechten ermordet werden.

Wir fragen uns: Ist das die Art und Weise, wie ein „demokratisches“ Land seine Bürger schützt? Ist das der Weg zu Entwicklung? Humanitäre Gesetze, verfassungsrechtliche Garantien, die Bestimmungen des Fünften Verfassungszusatzes, des PESA und des Waldnutzungsrechtsgesetzes werden systematisch verletzt, während die Militarisierung voranschreitet und Konzerne in ressourcenreiche Gebiete vordringen.

Wir fordern den indischen Staat auf, anzuerkennen, dass er in einen nicht-internationalen bewaffneten Konflikt verwickelt ist, und die Genfer Konventionen für solche Situationen zu achten. Dies erfordert, dass Gefangennahmen Vorrang vor Tötungen haben, Folter, Verschwindenlassen, sexuelle Gewalt und Geiselnahme verboten werden und ein würdevoller Umgang mit den Toten gewährleistet ist. Der indische Staat muss die Operation Kagaar und das Surajkhund-Programm einstellen. Unabhängige gerichtliche Untersuchungen aller Tötungen bei Gefechten, die Auflösung der Sicherheitslager in zivilen Einrichtungen, die Wiederherstellung der Bürgerrechte und der Schutz der Land- und Waldrechte der Bevölkerung sind dringende Erfordernisse.

Wir appellieren an alle progressiven, demokratischen und friedliebenden Menschen, sich zu vereinen und gemeinsam ein Ende dieses Krieges gegen das Volk zu fordern, der vom indischen Staat geführt wird und in dessen Verlauf zahlreiche Menschenrechtsverletzungen und unzählige Morde stattgefunden haben.

FACAM fordert folgendes:

1. Der sofortige Rückzug der Sicherheitskräfte aus den Karregutta-Bergen und die Einstellung der Operation Schwarzer Wald 2.

2. Die andauernde Fahndung nach mutmaßlichen maoistischen Führern ist einzustellen. Es ist sicherzustellen, dass alle staatlichen Maßnahmen zur Lösung der Probleme im Zusammenhang mit der maoistischen Bewegung strikt im Einklang mit der Verfassung und dem Rechtsstaat stehen.

3. Die gefangengenommenen maoistischen Rebellen müssen innerhalb von 24 Stunden einem Richter vorgeführt und unter strikter Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze behandelt werden, wobei ihr Recht auf Leben (Artikel 21), ihr uneingeschränkter Zugang zu Rechtsbeistand (Artikel 22(1) und 39A), ihr Schutz vor Folter oder Gewalt in Haft sowie alle Garantien eines fairen Verfahrens zu gewährleisten sind, in Übereinstimmung mit Indiens verfassungsrechtlichen Verpflichtungen und seinen Pflichten aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dem Übereinkommen gegen Folter und dem Gemeinsamen Artikel 3 der Genfer Konventionen, der eine humane Behandlung, den Schutz vor willkürlicher Inhaftierung und ein Verfahren vor einem zuständigen, unabhängigen und unparteiischen Gericht vorschreibt.

4. Operation Kagaar stoppen. Das Blutbad im Kagaar-Krieg hat bereits über tausend Menschenleben gefordert und fordert weiterhin Opfer. Statt völkermörderischer Militäroperationen muss eine politische Lösung des Konflikts angestrebt werden.

STOPPT DIE OPERATION KAGAAR!

SURAJKUND-PROGRAMM EINSTELLEN!

STOPPT DEN KRIEG GEGEN DAS VOLK!

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