Viele Lebensmittel sind mit Pestiziden belastet, die in der EU eigentlich längst verboten sind. Untersuchungen haben nun ergeben: Zweidrittel aller Produkte waren mit in Europa verbotenen Ackergiften belastet.
„foodwatch“ testete eigenen Angaben nach 64 Produkte aus Supermärkten in den Niederlanden, Österreich, Deutschland und Frankreich. Sie wählten dabei gezielt Produktkategorien – Reis, Tee und bestimmte Gewürze – aus, die selten oder gar nicht in der EU hergestellt werden und häufig mit Pestiziden belastet sind. Insgesamt fanden sich in 49 Produkten Pestizidrückstände.
Es wurden 54 verschiedene Pestizidwirkstoffe nachgewiesen, darunter 27 Pestizidwirkstoffe,
die auf EU-Ebene nicht zugelassen sind, was insgesamt 293 Nachweise ergab. Am stärksten belastet waren Gewürze (Paprikapulver, Chili, Kreuzkümmel) und grüner Tee. 14 der 64 Proben enthielten Pestizidrückstände in Konzentrationen über dem gesetzlich zulässigen Grenzwert bzw. Rückstandshöchstgehalt.
In mehreren Proben wurden mehrere Rückstände nachgewiesen. So wurden beispielsweise 7 bis 22 verschiedene Pestizide in Proben von Paprikapulver nachgewiesen. Insegesamt 45 Proben enthielten einen oder mehrere Rückstände von nicht zugelassenen Pestiziden. Alle Proben von Paprikapulver, Chili und Kreuzkümmel enthielten einen oder mehrere Rückstände von nicht zugelassenen Pestiziden.
In Deutschland wurden 19 Produkte unter die Lupe genommen. 13 davon waren mit Pestiziden belastet und ausnahmslos alle dieser 13 Produkte waren auch mit Mitteln belastet, die in Europa gar nicht mehr zugelassen sind. Drei Produkte überschritten dabei den gesetzlichen Grenzwert: „Fuchs Kreuzkümmel“, „Kania Kreuzkümmel“ und der „Chili Mix“ von REWE.
Belastet waren weiter Produkte der Eigenmarken von REWE, Aldi, Edeka und Lidl sowie von Teekanne, Meßmer und dem Gewürzhersteller Fuchs/Ostmann. Häufig stark belastet waren außerdem grüner Tee und Basmati-Reis.
Freilich skandalisieren die bürgerlichen Medien lediglich den Giftgehalt in Essen auf deutschen Tellern (und tatsächlich sollten so wenig wie nötig Pestizidrückstände in unserem Essen landen). Weniger bis gar keine Beachtung findet unterdessen, unter welchen Bedingungen das Gift in unser Essen kommt.
Pestizide werden in großem Umfang in der Landwirtschaft besonders in den unterdrückten Nationen eingesetzt, während die Bauern und Halb-Proletarier auf den Feldern arbeiten oder die Pestizide werden ohne Schutzausrüstung eingebracht. Die UN-Weltgesundheitsorganisation WHO gibt an, dass es circa 26 Millionen Vergiftungsfälle pro Jahr durch Pestizide gibt – d.h. akute Fälle, es geht dabei nicht um schleichende Vergiftungen. Aufgrund dessen gibt es derzeit etwa eine Viertelmillionen dokumentierte direkte Todesfälle durch Pestizide pro Jahr.
Weitere Folgen von Pesitiziden sind weniger unmittelbar. In Regionen mit einer besonders hohen Pestizidbelastung tritt Krebs deutlich häufiger auf als in weniger belasteten Gebieten. Teilweise ist die Rate um bis zu 150 Prozent erhöht. Besonders auffällig ist dabei, dass die Stoffe oft erst in ihrer Kombination ein erhöhtes Risiko entwickeln. Pestizide können wohl schon früh biologische Prozesse stören, etwa in der Leber, die eine zentrale Rolle beim Abbau von Schadstoffen spielt. Solche Veränderungen könnten langfristig dazu führen, dass Zellen anfälliger werden und sich später Krebs entwickelt.
So ist es an Heuchelei kaum zu überbieten, wenn sich darüber aufgeregt wird, dass Grenzwerte in der EU nicht eingehalten werden, dabei aber „vergessen“ wird, dass Hunderttausende, wenn nicht Millionen, in den Ländern der dritten Welt jedes Jahr genau im gleichen Zusammenhang verrecken.




