Seit Montag Abend streiken 11.000 Arbeiter in sechs deutschen Häfen, in Hamburg, Bremen, Bremerhaven, Wilhelmshaven, Emden und Brake. Die Nachtschicht von Montag, sowie die Früh- und Spätschicht vom Dienstag werden bestreikt.
Dies findet statt im Rahmen der aktuellen Tarifverhandlungen zwischen ver.di und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS). Mehr als 6.100 der 11.000 im Tarifvertrag zusammengefassten Arbeiter hatten sich an Abstimmungen beteiligt und die frechen Angebote der ZDS abgelehnt. Die Forderungen in der ver.di beinhalten unter anderem eine Lohnerhöhung von 8,2 Prozent, was die ZDS deutlich unterbot, bei fast doppelt so langer Laufzeit. Nun rief ver.di einen 24-stündigen Warnstreik aus. Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den Anfang nächster Woche angesetzt.

Schon ab Montag Nachmittag fuhren praktisch keine Schiffe mehr in den Hamburger Hafen ein und auch die weiteren Häfen berichteten, dass der Schiffsumschlag still steht. Am Dienstag wurden an den sechs Standorten zu Demonstrationen und Kundgebungen aufgerufen, allein in Hamburg beteiligten sich mehr als 2.100 Hafenarbeiter.
Die sechs Häfen sind alle unter den zehn deutschen Häfen mit dem größten Umschlag (Stand 2025 gemessen in umgeschlagenen Tonnen). Bei den weiteren beiden handelt es sich um Rostock, Lübeck, Brunnsbüttel und Bützfleth. Insgesamt finden mindestens 60% der deutschen Exporte und Importe auf dem Seeweg statt. Entsprechend skandalisiert reagiert die ZDS auf den Streik und sagte er „verkenne die gegenwärtige wirtschaftliche Realität“. Auch die globalen Lieferketten seien ohnehin angespannt. Die Kosten der anhaltenden Krise sollen also auf den Rücken der Arbeiter abgeladen werden und wir mögen das still hinnehmen. Jeden Tag zeigt sich mehr, dass der vermeintliche „soziale Frieden“ eine Illusion war und ist.
Die Hafenarbeiter haben in den letzten Jahren immer wieder ihre Kampfbereitschaft gezeigt, wie in den Protesten gegen die Privatisierung der HHLA (die ca. ¾ des Hamburger Hafens betreibt). Diese Kampfbereitschaft ist nicht nur zur erhalten, sondern zu erhöhen. Dabei ist es auch wichtig jegliche Spaltungsversuche abzuwehren und sich zum Beispiel auch mit den nicht im Tarifvertrag einbegriffenen Kollegen zu vereinen.





