Über 50.000 Menschen kamen nach Angaben des aufrufenden Bündnis Widersetzen zu einer der größten antifaschistischen Mobilisierung in Deutschland. 15.000 Menschen entschieden sich direkt gegen die Faschisten aktiv vorzugehen. Die „Gewerkschaft der Polizei“ beweinte eine angebliche „massive Gewalt der linksextremistischen Krawallmacher“.

Wasserwerfer, Polizeihunde und -pferde, Knüppel, Schilde, Pfefferspray und 6.000 Polizisten sollten die Nazis beschützen. Der ausartende Polizeiterror war offenbar lange vorbereitet: neben einer Klinik wurden zwei Schulen für die Erstversorgung von verletzten Demonstranten eingerichtet.

Rund um Gießen blockieren verschiedene Gruppen zahlreiche Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen „massiv“. Bereit am Morgen wurde berichtet, dass der Verkehr rund um die hessische Stadt wegen der zahlreichen Blockaden und Demonstrationszüge vollkommen zusammengebrochen. Die Polizei sprach von einer „aktiven Lage mit vielen Schauplätzen“.

Kämpferische Antifaschisten gelang es im Bereich des Westufers zur Messehalle durchzubrechen. Circa Eintausend schafften es, auf das Betriebshof-Gelände der Messe vorzudringen. Dabei wurden auch die hohen Zaunelemente überwunden. Vor der Hessenhalle kam es im Anschluss zu heftigen Zusammenstößen, wobei die Polizei Schlagstöcke und Wasserwerfer (bei winterlichen Temperaturen!) gegen die Antifaschisten einsetze. Es gab viele Verletzte, die versorgt werden mussten.

Es wurde auch berichtet, Beamte seien bei mehreren Gelegenheiten mit Steinen beworfen worden. Es soll auch zu Flaschenwürfen auf die Prügel-Bullen gekommen sein. Auch die Kämpfe an einem Umspannwerk bei Gießen, wo Antifaschisten versuchten durchbrechen, sollen sehr heftig gewesen sein. Angeblich kam es auch zum Einsatz von Pyrotechnik gegen die Polizei, was diese wohl in Angst und Schrecken versetzte. Auch ein gegen die Antifaschisten eingesetztes Polizei-Pferd soll verletzt worden sein, als es eine Böschung am Bahnhof Gießen herunter stürzte. Es sollen auch Fahrzeuge und Infrastruktur in Giessen beschädigt bzw. zerstört worden sein.

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Julian Schmidt soll samstagmorgens angegriffen worden sein. Dieser beschreibt: „… plötzlich stand eine Gruppe Männer vor uns. Wir wollten an ihnen vorbei, da schlugen sie mit Fäusten auf mich ein. Und ich versuchte, mich zu wehren. [offenbar in ungeeigneter Weise] Ich ging dann zu einem Rettungssanitäter. Der vermutet, dass meine Nase gebrochen ist.

Der Kampfgeist der antifaschistischen Jugend widerstand dem Polizeiterror. Unerfreulich hingegen ist wie die Linkspartei wieder einmal versucht mit diesem Kampf zu schachern und ihn in Stimmen für den bürgerlichen Wahlverein zu verwandeln. Besonders tat sich dieses mal die ehemalige Chefin der Linkspartei Janine Wißler hervor, der es wohl zu gute kam, dass sie aus Hessen kommt.