Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und kaum Investitionen in Deutschland

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Arbeitslosigkeit, Insolvenzen und kaum Investitionen in Deutschland

Die seit mehr als einem halben Jahrzehnt andauernde schwere ökonomische Krise des deutschen Imperialismus kommt jedes Jahr mit einer Besonderheit daher. Zu Anfang jeden Jahres werden auf der einen Seite von bürgerlichen Ökonomen die Prognosen für das kommende Wirtschaftswachstum erhöht – Schönfärberei, um die Stimmung zu heben, während gleichzeitig die Zahlen für das vergangene Jahr nach unten korrigiert werden müssen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hob ihre Konjunkturprognosen in diesem Zusammenhang für dieses Jahr leicht an – auf ein Wachstum von 1,0 Prozent von bisher 0,7 Prozent. Angeblich hätten sich auch ⁠die ⁠Exportaussichten verbessert. Gleichzeitig wird aber von der Chefin der DIHK konstatiert: Mit angezogener Handbremse kommen wir aus dem Tal nicht heraus.“

Auch die Bundesregierung rechnet ‌dieses Jahr mit einem Plus von 1,0 Prozent. Zwei Drittel davon gehen laut ‌Wirtschaftsministerium auf „staatliche Impulse“, d.h. auf einen verstärkten Staatskapitalismus und massive Subventionen der Monopole, zurück. Eine teuer erkaufte Hoffnung: In diesem Jahr wird es die zweithöchste Neuverschuldung des Bundes jemals geben.

Außerdem werden immer wieder schwerwiegende Probleme des deutschen Finanzkapitals offenbar: schwache Nachfrage im Inland, gestiegene Arbeitskosten, wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen im In- und Ausland, sowie hohe Energie- und Rohstoffpreise, worauf die schlechte und schwache Regierung des Betrügers Friedrich Merz keinerlei strategische Antworten hat.

Nur 23 Prozent der ⁠Firmen ​planen nach Umfragen höhere Investitionen, deutlich mehr – 31 Prozent – aber planen Kürzungen. „Investiert“ wird dabei vor ​allem in Ersatz und Rationalisierungen, selten aber in Innovationen und Kapazitätserweiterungen. Rund ein Viertel der Betriebe rechnen zudem damit Arbeiter zu entlassen, nur zwölf Prozent ‌planen gegenteilig. Erstmals seit elf Jahren waren zuletzt wieder mehr als drei Millionen Menschen offiziell arbeitslos gemeldet.

In diesem Zusammenhang wurde von bürgerlichen „Experten“ erklärt: Die deutsche Industrie steckt in einer tiefen Krise.“ Seit 2023 seien die Industrieumsätze um fast fünf Prozent geschrumpft und alleine im vergangenen Jahr 2025 wurden rund 125.000 Arbeiter raus geschmissen. Seit Beginn der Krise beläuft sich diese Zahl auf weit mehr als eine Viertel Millionen Arbeiter. Auch 2026 dürfte sich dieser Trend nach Meinung dieser „Experten“ fortsetzen. „Die Industrie“ werde dieses Jahr wegen schwacher Aufträge, einer hohen Zahl von Insolvenzen, des hohen Wettbewerbsdrucks und insbesondere des Kapitalexports des deutschen Finanzkapitals weiter Arbeiter in Deutschland entlassen.

Die Zahl der Insolvenzen von „Industrieunternehmen“ stieg der bürgerlichen Statistik folgend im vergangenen Jahr auf den höchsten Stand seit 2013. Von Januar bis November 2025 wurden rund 1480 Insolvenzverfahren eröffnet. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Angesichts dieser Entwicklungen wurde von einigen bürgerlichen Ökonomen der „kommende Aufschwung“ auf das Jahr 2027 verschoben. Andere sehen gar keinen Aufschwung in Sicht, wie wir bereits berichteten.

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