Bundesweit haben im vergangenen Jahr 7.700.000 Menschen nicht mehr als15 Euro Stundenlohn für ihre Arbeit erhalten. Knapp jeder fünfte Arbeiter hatte im vergangenen Jahr einen Lohn von unter 15 Euro brutto pro Stunde. Rund 5.000.000 Arbeiter erhielten einem Lohn von 14 Euro und weniger. Der gesetzliche Mindestlohn liegt in Deutschland aktuell bei 13,90 Euro pro Stunde. Rund 10.000.000 Arbeiter erhielten weniger als 16 Euro pro Stunde.
Von diesen Hungerlöhnen sind typischerweise etwa Arbeiter in der Gastronomie, im Hotelgewerbe und in der Reinigung betroffen. Alleine in der Hotellerie gab es im vergangenen Jahr über 1,1 Millionen Jobs unter 15 Euro Stundenlohn. Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, Kunst, Unterhaltung, Autohandel und -instandhaltung, „wirtschaftliche Dienstleistungen“ (auch b2b (business-to-business) – Dienstleistung, d.h. Zeitarbeit, „Personalvermittlung“ und dergleichen mehr, z.B. Mercedes betreibt in hohem Umfang seine Produktion durch solche Arbeiter) und Erholung sind weitere Sektoren in denen der sogenannten Niedriglohnsektor floriert.
In Westdeutschland schuften rund 6,5 Millionen Menschen in Jobs unter 15 Euro, in Ostdeutschland sind es knapp 1,2 Millionen. Rund 4,3 Millionen Betroffene der Hungerlöhne sind Frauen und 3,4 Millionen Männer, wobei insgesamt 22 Millionen Frauen und 24 Millionen Männer „erwerbstätig“ sind.
Forderungen von u.a. der Linkspartei in dieser Frage nach „Stärkung von Tarifverträgen und Gewerkschaften“ sind ein blanker Hohn für die Arbeiter, die unter diesen Bedingungen arbeiten müssen. Feierte sich doch z.B. die IG BAU für ihren Tarifvertrag in der Reinigung – 15 Euro pro Stunde zum 1. Januar 2026. Die gleiche IG BAU, die vor einigen Jahren Kollegen dazu aufrief, sich gegenseitig beim Zoll beim Verdacht auf Schwarzarbeit anzuzeigen, spaltet jetzt mit Sonderkonditionen exklusiv für Gewerkschaftsmitglieder. Offensichtliches Problem dabei: Wenn man schon so wenig Lohn erhält, wie die Gewerkschaft es mit den Arbeitskäufer zusammen bestimmt, und sich kaum Urlaub, Auto, Essen usw. leisten kann, dann kann man sich 1 Prozent vom Bruttolohn auch nicht leisten.





