Siedlerterror im Westjordanland

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Siedlerterror im Westjordanland

Es ist ein Beispiel von vielen: Eine Gruppe israelischer Siedler, unter ihnen auch Kinder, marschiert mit Rucksäcken, Wasserflaschen und Gewehren über den Schultern ins palästinensische Dorf Tell, südwestlich von Nablus. Tell ist ein Teil des Westjordanlands den Israelis grundsätzlich nicht betreten dürfen bzw. eine Sondererlaubnis (die diese Gruppe nicht hatte) dafür brauchen.

Bei der Moschee des Dorfs begann der israelische Terror. Die Siedlermiliz schoß mehrfach in die Luft, die Auseinandersetzung verlagert sich aus dem Dorf heraus, in die Nähe der Siedlung Havat Gilad. Dort rückte die israelische Armee an.

Ein nicht-regulärer Besatzungssoldat zielt mit seinem Gewehr auf einen Palästinenser, greift ihn an, versucht ihn zu treten, aber der Angegriffene kann dem Besatzer die Waffe entreißen und schießt.

Es wurden insgesamt vier Palästinenser ermordet und vier weitere verletzt, ein israelischer Siedler wurde getötet und drei weitere verletzt.

Nach dem Mordanschlag stürmen Siedler die benachbarten Dörfer, legen Feuer, Rauchschwaden verschlingen die Häuser. Sie versuchen auch ein Haus zu erobern.

Die israelischen Besatzer überziehen die Region anschließend mit weiteren Terrormaßnahmen. Es gibt Razzien und Festnahmen in Dörfern, unter anderem auch in einem Krankenhaus in Nablus. Es werden Checkpoints und Straßensperren errichtet, wodurch mindestens zwei Frauen dazu gezwungen wurden, in einem Krankenwagen zu gebären und auch andere Pa­ti­en­ten konnten Kliniken nicht erreichen. Mindestens eine Frau erlitt an einem Checkpoint eine Fehlgeburt.

Die Völkermörder Premierminister Benjamin Netanjahu, Verteidigungsminister Israel Katz, Sicherheitsminister Itamar Ben-Gvir und Finanzminister Bezalel Smotrich ergingen sich im Anschluss in weiteren Völkermordphantasien. Streitkräfte wurden am Wochenende aus Gaza und dem Libanon abgezogen und ins Westjordanland entsandt. Dort sind mittlerweile zwischen 24 und 26 Bataillonen (circa 10.000 bis 30.000 Soldaten) stationiert.

Doch der Widerstand wird fortgesetzt, so z.B. in Susiya, im südlichen Westjordanland, wo ein israelischer Siedler durch Steinwürfe verletzt wurde, während diese Siedler ein palästinensisches Haus umzingelten und auch scharf geschossen haben.

Seit Beginn dieses Jahres stellt die UNO im Westjordanland bis zu sechs Angriffe von Siedlern pro Tag fest. Zwischen Januar 2023 und Juli 2026 erlebten 123 palästinensische Gemeinden dort eine vollständige oder teilweise Vertreibung. Diese folgen immer dem gleichen Muster. Die Siedler kommen meist nachts in die Dörfer. Es beginnt mit Schreien, dann fliegen die Steine, gefolgt von Brandsätzen, bis Häuser und Autos in Flammen stehen. Wehren sich die Bewohner des Dorfes, kommt die israelische Armee und verhaftet oder ermordet sie. Dieses Jahr wurden bislang mindestens 77 Palästinenser von Siedlern oder den regulären Besatzungstruppen erschossen.

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