Das Motto der legalen und angemeldeten Demonstration am Mittwoch in Hamburg vermag nur bei Reaktionären wirklichen Unmut aufkommen zu lassen: „Drei Jahre Genozid. Free Gaza. Free Westbank. Free Palastine“.
Zu diesem Anlass haben sich die taz und der Hamburger Verfassungsschutz zusammen getan.
Das Landesamt für Verfassungsschutz Hamburg „warnt vor einer Teilnahme an der für den 7. Oktober 2026 auf dem Hachmannplatz ab 18 Uhr angekündigten Demonstration „Drei Jahre Genozid“. […] Ausschlaggebend ist insbesondere die Kombination aus dem Datum des 7. Oktober […] der Verwendung der Aufrufe „Free Palestine“ und „Bis zur vollständigen Befreiung“ […]“
Die taz fährt für die liberalen Kleinbürger „große Geschütze“ auf. Zum einen beruft sie sich auf die pseudo-liberale Zionistin Eva Illouz, die den Völkermord rechtfertigt und verteidigt: „Der Postkolonialismus, so argumentiert Illouz, löse die Komplexität von Geschichte und Gegenwart in eine Schwarz-Weiß-Dichotomie.“
Viel Pompom, aber gar nichts so Komplexes was die taz da fabriziert hat. Manche Dinge sind leicht greifbar und jeder, der es möchte, kann sie verstehen, wie in diesem Falle zwischen gut und böse bzw. richtig und falsch zu unterscheiden. Was einen daran hindert ist, wenn man auf der falschen Seite steht, denn die Wahrheit ist konkret und sie hat Klassencharakter.
Marxisten mögen auch gar keinen Anstoß an einer dichotomen Darstellung nehmen, denn schließlich steht schon im Manifest der Kommunistischen Partei: „Die ganze Gesellschaft spaltet sich mehr und mehr in zwei große feindliche Lager, in zwei große, einander direkt gegenüberstehende Klassen: Bourgeoisie und Proletariat.“ Diese vortrefflich genaue und korrekte Darstellung ist dichotom par excellence.
Weiter kann man der taz und Alice Cherki, die sich wohl mal mit Frantz Fanon beschäftigt hat, eben dessen Worte nahelegen: „Gewalt befreit den Einheimischen von seinem Minderwertigkeitskomplex, seiner Verzweiflung und Untätigkeit; sie macht ihn furchtlos und gibt ihm sein Selbstwertgefühl zurück.“
Wer es nicht mit Fanon hält, dem mögen vielleicht die Worte Jean-Paul Sartres aus dem Vorwort zu „Die Verdammten dieser Erde“ den zu gehenden Weg ein wenig erhellen: „Jeder Zuschauer ist entweder ein Feigling oder ein Verräter.“ Wenn etwas tun, dann gibt es in diesem Falle nur zwei Seiten – ja, auch das ist dichotom –, die taz und der Hamburger Verfassungsschutz stehen auf der einen; wer möchte da nicht auf der anderen Seite stehen?




