Jetzt also auch noch die Potsdamer Garnisonskirche – der angebliche Vergangenheitsbewältigungsmeister Deutschland setzt alles daran seine preußische Geschichte zu rehabilitieren. Dafür wird nach dem Berliner Stadtschloss jetzt auch noch die Potsdamer Garnisonskirche rekonstruiert.

1 Garnisonskirche Original

Garnisonskirche um 1920

 

Die Kirche wird heute vor allem als Kulisse des „Tag von Potsdam“ erinnert. An diesem 21. März empfing Hindenburg symbolträchtig Adolf Hitler als Reichskanzler und sicherte diesem damit die volle Unterstützung der deutschen Bourgeoisie und ihrer konservativen bis monarchistischen Lakaien zu. Damit wurden Tag und Ort zum Symbol der völligen Machtübertragung auf die NSDAP. Entsprechend leicht fiel es der SED, die im Zweiten Weltkrieg beschädigte Militärkirche 1968 zu sprengen.

 

2 Postkarte Tag von Potsdam

Postkarte von 1933

 

Erbaut wurde die Kirche im 18. Jahrhundert auf Geheiß des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I., der sich in ihr auch begraben ließ. Sie war stets aufs Engste mit dem preußischen Militarismus verknüpft und wurde mit den in Kriegen erbeuteten Trophäen geschmückt. Die Garnisonskirche warAusdruck eines kriegerisch verstandenen Bündnisses von Thron und Altar.Dort wurden die Gewehre eingesegnet, die gegen das republikanische Frankreich oder schlesische Weber gerichtet wurden. Nicht von ungefähr wurde sie in der Weimarer Republik Wallfahrtsort für allerlei reaktionäres Gelumpe, das der Monarchie hinterher trauerte, wie z.B. Stahlhelm oder der Alldeutsche Verband.

 

3 Unterstützerfressen

Freunde der Garnisonskirche

 

Ebenso spannend ist auch die Geschichte um den Wiederaufbau der Kirche. Schon 1984 gründete der rechtsradikale Oberstleutnant der Bundeswehr Max Klaar einen Verein, der sich dafür einsetzte. Direkt nach der Annexion der DDR warb er 1990 auf dem Landesparteitag der CDU für sein Projekt. Am Ende war Klaar wohl doch etwas zu revanchistisch eingestellt, um als Aushängeschild des Vorhabens zu agieren und wurde 2005 herausgedrängt. Der Wiederaufbau selbst konnte aber durchgesetzt und mit Spenden und Staatsknete finanziert werden. Der heutige öffentliche Unterstützerkreis liest sich wie das who-is-who der herrschenden Klasse: Kirchliche Würdenträger und Daimler Vorstände, ausgediente Ministerpräsidenten und Bundeswehroffiziere. Daran sieht man, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz,  wo hin die Reise geht. Durch die Normalisierung seiner aggressiven Vergangenheit sucht der deutsche Imperialismus seine aggressiver werdende Zukunft zu legitimieren. Mit Denkmalschutz hat dieser Neubau rein garnichts zutun.

 

Gegen jede Preußenromantik! Für eine Kultur der Arbeiterklasse!