Wir teilen hier einen Artikel eines progressiven Studenten in Indien, den wir auf RedHerald gefunden haben:
Wie es mit dem Volkskrieg in Indien einen Monat nach der Erklärung des indischen Staates zum Ende des Maoismus im Land am 31. März 2026 aussieht.
Am 1. Mai 2026 wurden an verschiedenen Orten in Delhi (der Hauptstadt Indiens) revolutionäre Graffiti dokumentiert. Dies geschah einen Monat, nachdem der indische Staat am 31. März „Naxal Mukt Bharat: Das Ende des Maoismus in Indien“ ausrief. In seiner Rede vor der Lok Sabha (dem Unterhaus des indischen Parlaments) am 30. März begrüßte der indische Innenminister Amit Shah die Operation Kagaar: die Eskalation des seit Langem andauernden Völkermordkrieges des indischen Staates gegen die eigene Bevölkerung, um deren Widerstand zu brechen und die ressourcenreichen Wälder für die Plünderung durch die imperialistischen Machthaber zu sichern. Diese Operation, bekannt als die „Endlösung des maoistischen Problems“, begann am 1. Januar 2024 in Bastar, Chhattisgarh, wo die sechs Monate alte Mangli getötet wurde. Seitdem wurden über hunderttausend Paramilitärs, noch mehr Polizisten, Angehörige der Grenzschutztruppe (BSF), der Distriktreservegarde (DRG), der CoBRA und anderer Spezialeinheiten zur Aufstandsbekämpfung in die Region entsandt. In den vergangenen sechzehn Monaten dieser Operation forderten illegale Inhaftierungen von Adivasi, Mörser- und Luftangriffe, sexuelle Gewalt und kaltblütige Tötungen fast tausend Menschenleben. Mit Unternehmen wie Mittal, Jindal, Tata, Essar, Posco, Vedanta und anderen wurden sogenannte „Blutverträge“ in Form von Absichtserklärungen abgeschlossen, um Minen und Straßen auf den Leichen der Adivasi zu errichten. Diese offene Plünderung von Ressourcen und die Hexenjagd nicht nur auf maoistische Revolutionäre, sondern auf jegliche Form von Dissens, die den Bergbaukonzernen und ihren parasitären Ambitionen im Wege steht, sind das, womit der indische Staat und Amit Shah im Namen von „Wirtschaftswachstum und Entwicklung“ prahlten und behaupteten, den „Naxalismus von Feder und Waffe“ am 31. März ein Ende gesetzt zu haben. Laut Regierungsangaben haben sich im vergangenen Jahr rund dreitausend Maoisten, darunter einige hochrangige Anführer, ergeben, während viele, die sich weigerten, die Waffen niederzulegen, kaltblütig ermordet wurden. Manche Intellektuelle behaupten zudem, der Maoismus sei nicht verschwunden, sondern habe lediglich seine Form verändert: von einer Untergrundpartei, die den langandauernden Volkskrieg führte, hin zu einer legalen Bewegung. Doch wie viel davon ist wahr? Kann der Maoismus überhaupt seine Form verändern und sich öffnen? Wie sieht der Klassenkampf in Indien einen Monat nach der Erklärung des indischen Staates aus, das Land sei frei von der „maoistischen Bedrohung“? Diesen Fragen wollen wir in diesem Artikel nachgehen.
Marxismus gegen Revisionismus: Ein kurzer Überblick
Der Marxismus ist die Wissenschaft von den Gesetzen, die die Entwicklung von Natur und Gesellschaft bestimmen. Er ist die Wissenschaft zur Befreiung des Proletariats, die den Weg zur vollständigen Befreiung der Menschheit ebnen wird. Wie Marx im Kommunistischen Manifest erklärte, ist dies ohne den „gewaltsamen Umsturz aller bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse“ nicht möglich. Nur ein organisierter bewaffneter Kampf des Volkes kann den hochorganisierten, für die Bourgeoisie arbeitenden Staat stürzen. Lenin bekräftigte dies in „ Staat und Revolution“ und betonte: „Die Unterdrückung der Bourgeoisie durch das Proletariat ist ohne eine gewaltsame Revolution unmöglich.“ Vorsitzender Mao führte dies weiter aus, indem er sagte: „Politische Macht entspringt den Gewehrläufen“, und darauf beharrte, dass Revolution und bewaffneter Kampf untrennbar miteinander verbunden sind.
Revolution ist ein Akt der Gewalt, daher gibt es keinen Marxismus, geschweige denn Maoismus, ohne bewaffneten Kampf. Warum sprechen dann einige kapitulierte Maoisten von einer Veränderung ihrer Kampfform von einer primär illegalen zu einer völlig legalen, während sie gleichzeitig behaupten, der revolutionären Linie des Marxismus-Leninismus-Maoismus anzuhängen?
Solange der Marxismus existiert, kämpft er zunächst gegen den utopischen Sozialismus und später gegen den Revisionismus. Revisionisten sind kleinbürgerliche Mitläufer der Revolution, die sich ins Lager der herrschenden Klasse begeben haben. Sie erkennen die der Klassengesellschaft innewohnende Ausbeutung, weigern sich aber, sich der proletarischen Revolution anzuschließen, die Opfer fordern und sie zwingen würde, ihre Klasseninteressen aufzugeben. Obwohl sie sich als Marxisten bezeichnen (weil der Marxismus sich als die einzig wahre Wissenschaft zur Befreiung der Menschheit erwiesen hat), verschließen sie die Augen vor der Tatsache, dass antagonistische Widersprüche nur durch Krieg gelöst werden können, und wenden sich dem Reformismus und der Klassenkollaboration zu. Viele Kleinbürger schließen sich diesem Lager an, insbesondere in Zeiten des Rückschlags für die revolutionäre Bewegung, da diese Klasse unbeständig ist. Während das kämpfende Volk unter dem roten Banner des Marxismus ideologisch, politisch und organisatorisch wächst, zittert die herrschende Klasse vor Angst angesichts ihrer drohenden historischen Niederlage. In solchen Zeiten verzerren Revisionisten den Marxismus und entfernen ihn von seinem Wesen. So helfen Revisionisten der herrschenden Klasse und verstricken sich letztlich in deren Lager. Der Kampf gegen den Revisionismus ist somit der Kampf der ausgebeuteten und unterdrückten Massen gegen die herrschenden Klassen. Deshalb führte Marx einen erbitterten Kampf gegen Lassalle, Bakunin und die Blanquisten, und Lenin widerlegte Bernstein und identifizierte die Menschewiki, die sich für eine offene Partei einsetzten, als größte innere Bedrohung der Bewegung. Lenin brachte in diesem Kampf vor, dass das Beharren auf dem Übergang zum Sozialismus mit friedlichen parlamentarischen Mitteln nichts anderes als Verrat am Proletariat sei. Mao trieb dies im Kampf gegen den Revisionismus Chruschtschows und Lin Piaos weiter voran. Der Naxalbari-Aufstand in Indien unter der Führung von Genosse Charu Mazumdar war ein Kampf nicht nur gegen die Großgrundbesitzer und den indischen Staat, sondern auch gegen den Opportunismus der KPI und KPI (Marxistisch). Die Geschichte des Marxismus war somit stets auch die Geschichte des Kampfes gegen den Revisionismus.
Krise der indischen revolutionären Bewegung und der Kampf der KPI (Maoistisch) gegen die revisionistische Kapitulationslinie
Auch heute noch plagen Opportunismus, Liquidatorentum und Revisionismus die indische kommunistische Bewegung, und genau darin liegt die innere Bedrohung, der sie ausgesetzt ist: größer als der militärische Angriff des Feindes im Rahmen der Operation Kagaar oder ähnlicher Operationen. Die Geschichte lehrt uns, dass es zwei parallele politische Linien gibt, die im Kampf um die politische Macht einander gegenüberstehen. Die eine Linie wurde von kommunistischen Revolutionären wie Marx, Lenin, Stalin, Mao, Charu Mazumdar, Kanhai Chatterjee, Basavaraj, Raju Da, Kosa Da, Renuka, Kishan Da, Hidma u. a. gezogen, während die andere Linie von Verrätern wie Bernstein, Kautsky, Lin Piao, Prachanda, Sonu, Satish, Devji, Venugpal, Kobad Ghandy, Balraj, Prashant Rahi u. a. verfolgt wird. Die Vertreter der zweiten Linie sind opportunistische Agenten des Feindes, die die proletarische politische Linie angreifen, um sie zu schwächen und schließlich auszulöschen. Die richtige politische Linie erschließt sich nur im Kampf gegen opportunistische revisionistische Elemente. Die KPI (Maoistisch) erkannte, dass die Sonu-Satish-Devji-Clique, die für die Anstiftung zur Kapitulation, die Niederlegung der Waffen und die Auflösung der revolutionären Reihen inmitten der Einkreisungs- und Vernichtungskampagne gegen Partei und Armee verantwortlich ist, keine Freunde des Volkes sind. Sie sind Verräter und feindliche Agenten im Gewand von Revolutionären.
Nachdem Sonu mit seinen Pressemitteilungen und Erklärungen gescheitert war, die Partei zu legalisieren, übergab er seine AK-47 dem faschistischen BJP-RSS-Vertreter, dem Ministerpräsidenten von Maharashtra. In einem Interview mit einer führenden englischsprachigen Zeitung erklärte Devji, er stehe weiterhin zum Marxismus-Leninismus-Maoismus und werde die politischen Ziele der Partei auf legalem Wege verfolgen. Ironischerweise bezeichnete er Sonu gleichzeitig als Verräter, versprach aber, sich für die Legalisierung der revolutionären Partei einzusetzen und die Regierung aufzufordern, das Verbot aufzuheben. Jeder, der mit den Grundlagen des Marxismus-Leninismus-Maoismus vertraut ist, wird verstehen, dass eine Kommunistische Partei nicht legal und offen sein kann. Genosse Lenins Antwort auf Devjis scheinbar bequeme Kapitulationspolitik lautet: „Sich in der legalen Presse gegen den Untergrund oder für eine offene Partei auszusprechen, bedeutet nichts anderes als die Zerschlagung unserer Partei, und wir müssen diejenigen, die dies tun, als erbitterte Feinde der Partei betrachten“ (Genosse Lenin im Bericht an die Brüsseler Konferenz).
Furcht, sagte Genosse Marx, ist das Kennzeichen des Opportunismus. Die Genossen Basavaraju, Raju Da, Kosa Da und Hidma standen alle vor dieser Situation, doch sie wählten den Märtyrertod für die Revolution. Ihre Politik war ihnen wichtiger als ihr Leben. Für Leute wie Sonu und Devji war dies jedoch keine Option; sie wählten das Liquidatorentum. Genosse Lenin sagte über die Liquidatoren: „Liquidatorentum ist Opportunismus, der so weit geht, die Partei zu verleugnen. Es ist selbstverständlich, dass die Partei nicht bestehen kann, wenn sie diejenigen umfasst, die ihre Existenz nicht anerkennen. Ebenso verständlich ist, dass die Abkehr vom Untergrund unter den gegebenen Umständen die Abkehr von der alten Partei bedeutet.“ Die Welt hatte Sonu entlarvt, und um die Reihen der Revolutionäre zu verwirren, musste die herrschende Klasse Devji als Aushängeschild nutzen. Wie Sonu wurde auch Devji von der maoistischen Partei als erbitterter Feind des Proletariats und Verräter höherer Ordnung entlarvt. Sie machten deutlich, dass Devji ein zweiter Sonu sei, nur im revolutionären Gewand, und führten einen erbitterten ideologischen Kampf gegen die Kapitulationslinie, gegen all jene, die die Arbeiterpartei spalten wollten. Indische Revolutionäre bekräftigten erneut, dass der bewaffnete Kampf während der gesamten neudemokratischen Revolution die primäre Kampfform und die Armee die primäre Organisationsform sein würden. Alle Bemühungen um Massenbewegungen seien nutzlos, wenn sie letztlich nicht dem Volkskrieg dienten, um die Strukturen der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu zerschlagen.
Obwohl Indien für „maoistenfrei“ erklärt wurde, wird der krisenerschütterte Imperialismus immer unruhiger und versucht, die revolutionäre Bewegung mit psychologischer Kriegsführung zu bekämpfen, um die Revolutionäre zur Kapitulation zu zwingen. Trotz aller Hindernisse, die von der herrschenden Klasse, ihren Agenten und opportunistisch-liquidationistisch-revisionistischen Elementen geschaffen werden, marschieren die Revolutionäre auf dem Weg der neudemokratischen Revolution – Sozialismus – Kommunismus voran. Die Kommunistische Partei Indiens (Maoistisch) hat die Verräter und Überläufer ausgeschlossen und setzt den Weg des langandauernden Volkskrieges fort: den Weg, den die tapferen Märtyrer vorgezeichnet haben. Obwohl die maoistische Bewegung in Indien also schwere Verluste erlitten hat, bestehen die drei magischen Waffen – Partei, Armee und Einheitsfront – weiterhin, indem sie einen erbitterten Kampf gegen Opportunismus, Liquidatorentum und Revisionismus führen und das glorreiche Banner des Marxismus-Leninismus-Maoismus hochhalten.
Der Volkskrieg in Indien geht weiter!
Wenn du fällst
eines Abends in der Dämmerung
sollst du wie eine Sonne fallen.
und hinter dir Tausende von Sternschnuppen
Am 13. April weigerte sich Rangaboina Bhagya, bekannt als Genossin Rupi, sich dem brahmanischen Hindutva-faschistischen indischen Staat zu ergeben und fiel in einem Gefecht in Kanker, Chhattisgarh, im Kampf für die revolutionäre Linie des bewaffneten Widerstands. Sie war Kommandantin der Volksbefreiungs-Guerillaarmee (VBGA). Rupi war 46 Jahre alt und Mitglied des Gebietskomitees der KPI (Maoistisch). Mit 24 Jahren hatte sie ihr Dorf im Distrikt Siddipet in Telangana verlassen, um sich dem professionellen Dienst an der Revolution zu widmen. Nach ihrem Tod hielt der indische Staat ihren Leichnam 48 Stunden lang zurück, bevor sie ihn freigaben. Tausende Menschen nahmen an ihrer Beerdigung in ihrer Heimat in Telangana teil, marschierten und skandierten Parolen zum Ruhm des Volkskrieges und ihrer gefallenen Heldin Rupi. Die Bauern riefen „Bhagya (Rupi) ist unsterblich“, und im ganzen Dorf wurden Banner aufgehängt, um Rupi die Ehre zu erweisen. Sie weigerte sich, die Revolution zu verraten, und gab ihr Leben, um in den Herzen des Volkes für immer unvergessen zu bleiben. Ihr Leben und ihr Tod dienen als Zeugnis oder Metapher dafür, dass der Geist der Revolution und des Maoismus niemals ausgelöscht werden kann.
Zwei Tage später, am 15. April hatten die Sicherheitskräfte des Bundesstaates den maoistischen Politbüro-Angehörigen Misir Besra und seine Einheit im Saranda-Wald im Distrikt West Singbhum (Jharkhand) eingekesselt, nachdem sie von Mitgliedern des Tritiya Prastuti Committee (TPC) informiert worden waren. Das TPC ist eine reaktionäre, von der Polizei unterstützte Splittergruppe, die in Jharkhand operiert und die Interessen des indischen Staates, von Bauunternehmern, der Bergbauindustrie und der lokalen Eliten vertritt, indem sie die unterdrückte Bevölkerung entlang von Kastenlinien spaltet, Erpressung und Spitzeltätigkeiten betreibt und Aufstände gegen revolutionäre Kräfte anzettelt. Im Feuergefecht zwischen den Maoisten und den bewaffneten Kräften des Bundesstaates in Saranda wurden laut Regierungsangaben mindestens sechs Angehörige der CoBRA verletzt (die tatsächliche Zahl könnte also höher liegen), woraufhin Misir Besras Einheit den Ort verließ. Dieser Vorfall hallte durch die dichten Wälder von Jharkhand und die ganze Welt und bewies, dass der Maoismus lebendig ist und sich dem Feind nicht geschlagen gibt. Da die Operation ergebnislos verlief, reagierte der verzweifelte und panische indische Staat auf seine Niederlage, indem er die vier TPC-Schläger (die die Informationen geliefert hatten) als Maoisten verkleidete und sie in einem fingierten Gefecht in Chatra, Jharkhand, tötete.
Kürzlich, am 2. Mai wurden während der Operation zur Gebietsbeherrschung des Staates vier Angehörige der District Reserve Guard (der konterrevolutionären Armee aus kapitulierten Maoisten) bei einer Explosion eines improvisierten Sprengsatzes (IED) an der Grenze zwischen Kanker und Narayanpur in der Region Bastar von Chhattisgarh getötet.
Während sich die Krise des Imperialismus verschärft, gehen die Menschen im ganzen Land auf die Straße und leisten militanten Widerstand. In Sijimali, Odisha, organisieren die Adivasi ununterbrochene Mahnwachen in den Bergen, Proteste, Straßenblockaden und Widerstandslager in ihren Wäldern, um die illegale Landnahme durch Vedanta für den Bauxitabbau zu verhindern. Im April dieses Jahres standen Frauen mit Äxten in der Hand an vorderster Front, um den Straßenbau im Zusammenhang mit dem Bergbauprojekt zu stoppen.
In den Distrikten Panna und Chhatarpur in Madhya Pradesh leisten indigene Gemeinschaften und Bauern Widerstand gegen das Ken-Betwa-Flussverbindungsprojekt, das Dörfer überfluten, Tausende Familien vertreiben und den Wald zerstören würde. Die Dorfbewohner besetzten Straßen und Kontrollpunkte im Wald, stoppten die Bauarbeiten, organisierten Massenversammlungen, hielten Protestcamps die ganze Nacht über ab und verweigerten die Evakuierung. Hunderte Frauen inszenierten den Chita Andolan (Scheiterhaufenprotest), indem sie sich auf symbolische Scheiterhaufen legten, um zu zeigen, dass die Vertreibung für sie einem Todesurteil gleichkommt. Die Frauen erklärten, sie würden zu den Waffen greifen und sich den Naxaliten anschließen, falls Vedanta nicht von ihrem Vorhaben abrückt. In Noida protestierten tausende Industriearbeiter für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Sie blockierten Autobahnen und Industriestraßen, legten Fabriken lahm, besetzten Kreuzungen, griffen Polizeibarrikaden an, warfen Steine, setzten Fahrzeuge in Brand und beschädigten Firmen- und Polizeieigentum. Der indische Staat fürchtete sich so sehr vor Arbeitern, die die engen Grenzen legaler Gewerkschaften überschritten und den militanten Kampf aufnahmen, dass er nur wenige Wochen nach der Erklärung des Landes als „naxalitenfrei“ in diesem Arbeiterprotest in Noida das Schreckgespenst von Naxalbari zu sehen begann. Seinem komprador-faschistischen Charakter entsprechend reagiert der Staat auf all diese Proteste mit brutaler Repression. Am Internationalen Tag der Arbeit am 1. Mai wurden an verschiedenen Orten in der Hauptstadt Delhi revolutionäre Graffiti dokumentiert, die den Marxismus-Leninismus-Maoismus hochhielten. Diese Graffiti enthielten auch den Slogan „Ghar Ghar Se Hidma Niklega“ (Hidma geht von Haus zu Haus), der bekräftigt, dass Revolutionäre nicht sterben, sondern sich vermehren!
All dies beweist nicht nur, dass die KPI (Maoistisch) sich dem Feind nicht beugt und den bewaffneten Kampf fortsetzt, sondern auch, dass das Vertrauen der Bevölkerung in sie ungebrochen ist. Die Flammen von Naxalbari lodern weiterhin in ganz Indien, und der indische Staat ist in seinem „letzten Krieg“ gegen die revolutionäre Bewegung kläglich gescheitert. Die Behauptungen des indischen Innenministers Amit Shah vom 30. und 31. März, er habe die KPI (Maoistisch) besiegt, wurden somit widerlegt.
Geschlagene Armeen lernen gut!
„Mögen die Liberalen und die kopflos gewordenen Intellektuellen nach der ersten wirklichen Massenschlacht für die Freiheit den Mut sinken lassen und feig daherreden: Geht nicht dahin, wo ihr einmal geschlagen worden seid, betretet nicht erneut diesen verhängnisvollen Weg! Das klassenbewußte Proletariat wird ihnen antworten: Die großen Schlachten der Geschichte konnten nur deshalb ausgetragen und die großen Aufgaben der Revolutionen nur deshalb gelöst werden, weil die fortgeschrittenen Klassen zu wiederholten Malen vorgestoßen sind und, um die Erfahrungen der Niederlagen reicher geworden, den Sieg errangen. Geschlagene Armeen lernen gut. Die revolutionären Klassen Rußlands sind im ersten Waffengang geschlagen worden, aber die revolutionäre Lage bleibt bestehen. In neuen Formen und auf anderem Wege – manchmal weit langsamer, als wir es wünschen – zieht die revolutionäre Krise zum zweitenmal herauf, reift sie erneut heran. Eine langwierige Arbeit der Vorbereitung breiterer Massen auf sie, eine gründlichere Vorbereitung, die die höheren und konkreteren Aufgaben berücksichtigt, muß von uns geleistet werden; und je erfolgreicher sie geleistet werden wird, um so sicherer wird der Sieg im neuen Kampf sein.“
Lenin, „Auf den Weg“
Die Krise, mit der die indische revolutionäre Bewegung heute konfrontiert ist, ist dem Kommunismus nicht fremd. Die russische revolutionäre Bewegung erlebte nach 1905 eine ähnliche Krise. Der zaristische Staat hatte Repression und konterrevolutionären Terror verschärft, während innerhalb der Parteibewegung Opportunismus, Liquidatorentum und Revisionismus aufkamen. Einige Elemente strebten danach, die revolutionäre Untergrundarbeit zugunsten von Legalismus und der Anpassung an bürgerliche Parlamentsstrukturen aufzugeben. Es mangelte an zentralisierter Koordination zwischen den Komitees. Die Bolschewiki überwanden dies, indem sie gegen die Linie des Opportunismus, Liquidatorentums und Revisionismus ankämpften und eine disziplinierte, im Untergrund agierende, ideologisch geeinte Partei aufbauten, die auf Demokratischem Zentralismus basierte und im Klassenkampf verwurzelt war. So kehrten innerhalb von kaum mehr als einem Jahrzehnt ebendiese Kräfte, die als zerschlagen und besiegt galten, mit größerer Stärke zurück, fegten Zarismus und bürgerliche Herrschaft durch die Februar- und Oktoberrevolutionen von 1917 hinweg und erschütterten die Grundfesten der Welt.
Rückschläge in einer revolutionären Bewegung sind keine zufälligen Unterbrechungen, sondern ein normaler Bestandteil der historischen Entwicklung, die von Widersprüchen geprägt ist. Gesellschaftlicher Wandel verläuft nicht geradlinig und reibungslos; vielmehr vollzieht sich die Entwicklung durch Konflikte, Rückschläge, Brüche und sprunghafte Veränderungen. Jede revolutionäre Bewegung birgt innere Widersprüche zwischen fortschrittlichen und rückständigen Kräften, richtigen und falschen politischen Linien, Organisation und Spontaneität sowie äußere Widersprüche mit den herrschenden Klassen und dem Staat. Ein Rückschlag mag die Bewegung vorübergehend schwächen, doch er deckt auch Schwächen auf, prüft politische Linien, eliminiert instabile Elemente und entwickelt die revolutionäre Bewegung ideologisch, politisch und organisatorisch weiter. Vorübergehende Niederlagen und Rückschläge werden so zu Momenten, in denen sich die revolutionäre Bewegung wandelt und die Voraussetzungen für zukünftige Fortschritte schafft.
Die indische kommunistische Bewegung befindet sich heute in einer ähnlichen Lage wie die Bolschewiki nach 1905. Die indischen Revolutionäre mögen heute geschwächt sein, doch diese Schwäche ist nicht strategischer Natur. Strategisch gesehen befinden sie sich auf dem richtigen politischen Kurs, und daher erklärt das Gesetz der Wissenschaft, dass sie sich erheben werden, um die drei großen Berge (Imperialismus, komprador-bürokratischer Kapitalismus und Feudalismus) zu zerschlagen, die die Menschen dieses Landes und der Welt unterdrücken. Der Grund für diesen vorübergehenden Rückschlag liegt nicht in der staatlichen Repression, sondern in den opportunistisch-liquidatiorischen und revisionistischen Elementen innerhalb der revolutionären Bewegung, gegen die ein ständiger Kampf geführt wird. Die Partei des Proletariats ist wie ein lebender Organismus, der seine revolutionäre Vitalität durch ständige Zellerneuerung erhält und stärkt. Für die indische revolutionäre Bewegung sind die im Zweilinienkampf besiegten falschen Ideen und die opportunistischen Liquidatoren und Revisionisten, die versuchten, die Partei zu öffnen, wie abgestorbene Blutzellen, die abgestoßen wurden, während der Körper der Partei lebt, um sich zu entwickeln und den Befreiungskampf voranzutreiben. Der Volkskrieg im Land geht weiter und wird weitergehen, auf dem Weg, den Marx, Engels, Lenin, Stalin, Mao und die unzähligen Märtyrer der indischen Revolutionsbewegung vorgezeichnet haben, bis die ausgebeuteten und unterdrückten Massen den faschistischen Staat in seinem eigenen Blut ertränken und den Sieg erringen. Das Blut der gefallenen Volkskrieger wird den Volkskrieg nähren!




