Anhaltend große Probleme des deutschen Finanzkapitals

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Anhaltend große Probleme des deutschen Finanzkapitals

Es gibt Analysen bürgerlicher Ökonomen, die vielfach falsch interpretiert werden. Angeblich habe demnach der deutsche Imperialismus seine seit vielen Jahren andauernde ökonomische Krise im Jahr 2026 überwunden.

Das erste Halbjahr 2026 brachte aufgrund leicht steigender Exporte und insbesondere wegen der hohen staatlichen Subventionen ein leichtes Plus beim „realen Bruttoinlandsprodukt“ (d.h. inflationsbereinigtes BIP-Wachstum) in Deutschland von knapp über einem Prozent.

Das ist weder eine richtige Erholung der krisengebeutelten Ökonomie des deutschen Imperialismus noch das Ende seiner ökonomischen Krise. Erst bei einem dauerhaft doppelt so hohen Wachstum könnte man tatsächlich von einer Erholung sprechen. Insbesondere ist für die materielle Wohlstandsentwicklung der Bevölkerung im Land das Wachstum des realen BIP pro Kopf wichtiger, welches i.d.R. zwischen einem Drittel und einem Viertel unter dem Real-BIP-Wachstum liegt.

Diese für den deutschen Imperialismus leicht positive Entwicklung im ersten Halbjahr ist im zweiten Halbjahr aber schon wieder zu Ende. Die Export gehen zurück, der private Konsum leidet unter den massiv steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere den hohen Energiepreisen, und auch unter der Massenarbeitslosigkeit mit weiter rückläufiger Beschäftigung. Größere nicht-staatliche Investitionen bleiben darum vielfach aus, diese waren auch im ersten Halbjahr 2026 rückläufig. Durch die hohe Bedeutung nicht-staatlicher Investitionen in der BRD lagen die Bruttoanlageinvestitionen im ersten Halbjahr 2026 um 0,5 Prozent unter dem bereits schlechten Vorjahresvolumen. Vor allem die Bauinvestitionen unterschritten das Vorjahresniveau um 2,2 Prozent.

Dazu kommt, dass die preis- und saisonbereinigte Bruttowertschöpfung der Bauwirtschaft im zweiten Quartal 2026 um 22 Prozent unter dem Niveau von 2019 lag. Die Wertschöpfung der Industrie in Deutschland lag insgesamt um knapp 5 Prozent niedriger und damit deutlich unter dem Vorkrisenniveau.

Das globale Preisniveau hat sich derweil deutlich erhöht. So stieg etwa die Inflation im Euroraum im August 2026 auf 3,3 Prozent an. Darum hat die Europäische Zentralbank im September die Zinsen auf 2,5 Prozent erhöht. Die höheren Zinsen behindern die Kapitalzirkulation, weil dadurch die Finanzierungskosten der Unternehmen der Produktion weiter erhöht werden und ihre Profite sinken.

Seit Jahren steigt der Staatskonsum an, im ersten Halbjahr 2026 übertraf er das Vorjahresniveau um 3,4 Prozent. Der private Konsum hingegen schwächelt: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der preisbereinigte private Verbrauch nur um 0,3 Prozent an. Aufgrund der höheren Inflationsrate im Gesamtjahr 2026 in Höhe von prognostizierten 2,5 Prozent wird der reale private Konsum 2026 auch insgesamt nur um 0,3 Prozent wachsen.

Seit Jahresmitte 2025 ist saisonbereinigt ein stabiler Abwärtstrend der Beschäftigung zu beobachten. Die Erwerbstätigkeit im Durchschnitt der ersten sieben Monate 2026 liegt 0,4 Prozent unter dem Jahresdurchschnitt von 2025. Im Jahr 2026 werden nach Prognosen rund 200.000 Personen weniger erwerbstätig sein als im Vorjahr.

Fast allein die massiven staatlichen Ausgaben für die Aufrüstung und Militarisierung sorgen für den „Konjunkturschub“ zu Anfang diesen Jahres. Die Bundesrepublik Deutschland mobilisiert einen großen Teil ihrer finanziellen Ressourcen für die Aufrüstung. In den kommenden vier Jahren sollen nach Plänen der Bundesregierung 607 Milliarden Euro in die deutsche Armee investiert werden. Allein im Jahr 2030 würden die Militärausgaben auf 183 Milliarden Euro steigen, das sind rund 30 Prozent des gesamten Haushaltsvolumens. Um die Dimensionen dieser Entwicklung deutlich zu machen: Fast jeder dritte vom Bund ausgegebene Euro wird dann für die Finanzierung deutscher Kriegsvorbereitungen herangezogen werden. Als Folge der kreditfinanzierten staatlichen Ausgabenexpansion steigt das staatliche Finanzierungsdefizit im Jahr 2026 auf rund 4 Prozent an, sodass die Schuldenstandsquote bis Ende des Jahres auf rund 66 Prozent steigt. Die Staatsquote (Anteil der Staatsausgaben am BIP) bleibt bei mehr als 50 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft wird nach den Prognosen der bürgerlichen Ökonomen auch 2027 nur um knapp 1 Prozent zulegen. Das bedeutet an sich keine besondere Besserung lediglich „wird zumindest die langwierige Schockstarre überwunden“. Gleichzeitig hängt weiterhin das „Damoklesschwert über der wirtschaftlichen Entwicklung und ihrer Prognose“, so orakelt beispielsweise das Institut der deutschen Wirtschaft.

Inmitten dieser Krise erreicht die Bewertung der Bundesregierung neue Tiefstwerte, wie z.B. der ARD-DeutschlandTrend zeigt. Jeweils nur zehn Prozent sind mit der Arbeit der Bundesregierung und den Leistungen des Kanzlers, dem Betrüger Friedrich Merz, zufrieden – beides historische Tiefstände. Insbesondere die Handhabung der Steigerung des Lebenshaltungskosten aufgrund der massiv gestiegenen Energiepreise steht in der Kritik: Drei Viertel bewerten die Maßnahmen in diesem Bereich als schlecht. Insgesamt gibt es hier eine für die revolutionären Kräfte im Land äußerst positive Entwicklung, insbesondere weil – obwohl die Wahlbeteiligung steigt – fast 85 Prozent verstehen, dass die bürgerlichen Parteien auf zentrale politische Fragen keine Antworten finden.

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