Bremen | GVZ: Mord durch Arbeit

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Bremen | GVZ: Mord durch Arbeit

Wir teilen hier ein Flugblatt des Roten Bund:

An die Arbeiter im Güterverkehrszentrum

Wir möchten den Angehörigen und Kollegen des letzte Woche im GVZ ums Leben gekommenen jungen Arbeiters unsere Betroffenheit und Solidarität aussprechen. Es ist schrecklich, dass ein noch so junges Leben von heute auf morgen endet.

Wir haben den Kollegen nicht gekannt. Wir haben, als wir von der Nachricht gehört haben, überlegt, wie „freiwillig“ ein 24-Jähriger dazu kommen kann, nachts unter der Woche an Heberobotern rumschrauben zu müssen. Der Tod des jungen Kollegen ist nicht allein tragisch; er ist unserer Meinung nach auch Ausdruck davon, dass für manche Leute Geld wichtiger ist als menschliches Leben. Der hohe Druck im Logistiksektor herrscht, weil die Ausbeutung zugunsten einiger Finanzkönige hier besonders groß ist – das wissen wir alle. Der hohe Stress wiederum verstärkt auch das Risiko zu Arbeitsunfällen. Man kennt die einschläfernden Vorträge über Arbeitssicherheit statt praktische Unterweisungen; und wenn Zeitdruck ist, dann „muss es halt funktionieren“ und es wird viel eher weggeschaut bei Fragen der Arbeitssicherheit.

Es gibt im Jahr in Deutschland immer noch mehrere Hundert Tote durch Arbeitsunfälle – und z.B. im GVZ erst vor vier Jahren zuletzt, als ein LKW-Fahrer von einem Container erschlagen wurde. Letztes Jahr im April starb in Bremen ein Arbeiter beim Abbau des Riesenrads auf der Osterwiese. Je schlechter der Job, in dem wir arbeiten – je größer die Ausbeutung – desto höher auch noch die Todesgefahr.

Wofür ist der Kollege letzte Woche gestorben? Damit Hochregale voll mit Ware gemacht werden können, die alsbald verkauft oder verbaut wird, damit sie Millionen und Milliarden in die Taschen von einigen Aufsichtsräten und Bänkern spült, die auf Kosten unserer Arbeit ein Leben führen wie die Maden im Speck! Wer interessiert sich für den Tod des Kollegen? Keine öffentliche Stellungnahme! Die interessieren sich nur für ihre Zahlen, dass sie bestmöglich aus den Geschäft gehen, was von uns geschmissen wird! Und das bekommt man im logistischen Gewerbe knallhart zu spüren – von Sekunde zu Sekunde, von Palette zu Palette, vom Leben zum Tod. Wir sagen, das war kein tragischer Unfall. Wir sagen, das war

Mord durch Arbeit!

Wir klagen diejenigen an, für deren Profite der junge Arbeiter sein Leben lassen musste und fordern öffentliche Stellungnahme!

ROTER BUND

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