Hardfacts versus Illusionen

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Hardfacts versus Illusionen

Viel wird aktuell in der Presse darüber berichtet, dass es angeblich irgendwie „aufwärts“ gehe. Angeblich hat der Staat rund elf Milliarden Euro mehr Steuern im nächsten Jahr zur Verfügung als bislang angenommen (eine Schätzung, wovon ein Drittel bis die Hälfte auf den Bund entfallen), die Wachstumsprognosen wurden minimal (!) angehoben und der Betrüger Friedrich Merz hat auf einem Investitionsgipfel angeblich jede Menge zahlende Kundschaft beglückt.

Mal abgesehen davon, dass die breiten Volksmassen im Land davon relativ wenig bis gar nicht profitieren werden – Merz-Vize Klingbeil hat bereits deutlich gemacht, dass es keine Steuerentlastung beim Strom für Privathaushalte geben wird – und dass selbst ein „Aufschwung“ (in dem Rahmen, wie dies nun angekündigt wird) die schweren Probleme durch viele Jahre der Dauerkrise nicht rasch wieder wett machen wird, sind das alles Luftschlösser, weil sie in einer Zukunft liegen, für die die schwache und schlechte Regierung offensichtlich keinerlei konkrete Pläne (mit der wohl einzigen Ausnahme, dass die Arbeiter zukünftig erst mit über 70 in Rente gehen sollen) hat, weil sie strategisch planlos ist.

Abseits der Träumerei der deutschen imperialistischen Finanzoligarchie und den Illusionen, die sie durch ihre Presseorgane verbreiten, gibt es aber auch einige Fakten und die sehen gar nicht so gut aus für den deutschen Imperialismus.

Neue Eurostat-Zahlen zeigen, dass die „Industrieproduktion“ in der BRD in den vergangenen Jahren massiv zurückgegangen ist. Deutschlands Industrie ist demnach von 2015 bis 2025 um elf Prozent geschrumpft.

„Industrieproduktion“ wird in der bürgerlichen Ökonomie den sogenannten „Dienstleistungen“ gegenübergestellt und umfasst Bergbau und Rohstoffgewinnung, verarbeitendes Gewerbe und Energieerzeugung.

Dänemark hat seine Industrieproduktion im gleichen Zeitraum um 48 Prozent gesteigert, die Schweiz um rund 36 Prozent, Belgien um 24 Prozent und Österreich um 23 Prozent. Die Niederlande haben um knapp fünf Prozent zugelegt und Frankreich hat sein Niveau gehalten.

Bereits 2021 hatte die Industrieproduktion in Deutschland rund vier Prozent unter dem Niveau von 2015 gelegen. Bis 2025 ist sie von diesem Stand aus nochmals um rund sieben Prozent gesunken. So zeigt sich wieder einmal, das weder Trump noch Putin an allem schuld sind – wie dies gerne entschuldigend von den bürgerlichen Pressemonopolen dargestellt wird -, was in und für die BRD schlecht läuft.

Die deutsche Industrie hat zugleich massiv Stellen abgebaut. Laut ifo Dresden beschäftigte sie Ende 2025 knapp eine halb Millionen Arbeiter weniger sozialversicherungspflichtig als Ende 2018. Das entspricht einem Minus von mehr als sieben Prozent.

Die „Industrieschwäche“ in der BRD fällt in eine lange wirtschaftliche Durststrecke. 2023 ist die gesamte Wirtschaftsleistung preisbereinigt um ein Prozent geschrumpft. 2024 hat sie stagniert, 2025 ist sie lediglich um 0,2 Prozent gewachsen. Die Prognosen für 2026 wurden wie gesagt zuletzt leicht angehoben, liegen nun um und bei ein Prozent plus.

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