Laut dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverband stieg die Armut im ersten Jahr der aktuellen Wirtschaftskrise 2020 auf einen neuen Rekordwert von 16,1 Prozent. Somit sind 13,4 Millionen Menschen in der BRD laut bürgerlicher Definition arm. Dieser erneute Anstieg entspricht der Tendenz, die sich seit Jahren abzeichnet. So waren es 2006 noch 14 Prozent und 2019 15,9 Prozent. Am schwersten betroffen von Armut sind dabei migrantische Leute, alleinerziehende Mütter und Menschen mit mehr als drei Kindern – was auch den Anteil der Kinder, die in Armut leben, erheblich macht. Auch zwischen den verschiedenen Bundesländern der BRD gibt es einen wesentlichen Unterschied. So schneidet Bayern mit 11,6 Prozent am besten ab, während in Bremen, das mit einer Quote von 28,4 Prozent Spitzenreiter in Sachen Armut ist, mittlerweile deutlich mehr als jeder vierte in Armut lebt.

Armutsbericht2021Ländervergleich
Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist in seiner Studie ebenso darauf hin, dass die Armutsquote nur so einen geringen Anstieg hatte, da Maßnahmen wie Kurzarbeit, das aussetzten der Insolvenzmeldepflicht usw. erlassen wurden. Das zeigt vor allem, dass der Staat mit diesen Maßnahmen die Krise zwar abfedern konnten, die Krise aber nicht ausblieb. Das ist der Zweck der Kurzarbeit und anderer Maßnahmen – Krise aufschieben und Zeit gewinnen. Die großen Massenentlassungen und damit eine neue Welle der Armut stehen noch bevor und dennoch blieb der Trend der Pauperisierung des Volkes auch im letzten Jahr weiter bestehen.