Warnstreik: Montag soll der Nahverkehr bundesweit stillstehen

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Warnstreik: Montag soll der Nahverkehr bundesweit stillstehen

Ver.di hat für den kommenden Montag deutschlandweit (außer Niedersachsen) zu Warnstreiks aufgerufen. In diversen Städten und Kommunen fällt der öffentliche Nahverkehr dann wohl aus.

Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen für die kommunalen Nahverkehrsunternehmen wird es Warnstreiks bei eben diesen geben. Ver.di rechnet damit, dass in den betroffenen Betrieben der Verkehr zum Erliegen komme.

Forderungen sind u.a. Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, Thüringen und Hamburg wird zusätzlich über höhere Löhne verhandelt. Insgesamt betroffen sind fast 100.000 Arbeiter von 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben der Landkreise sowie in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen.

Von Seiten der Arbeitskäufer werden Verbesserungen rigoros abgelehnt. Im Gegenteil sollen längere Schichten gearbeitet und der Krankengeldzuschuss gestrichen werden.

Die Arbeitsbedingungen im ÖPNV sind teilweise extrem: überlange Schichten, unbezahlte Pausen und Wegezeiten, sowie Wochenendarbeit und täglich wechselnder Dienstbeginn sind die Norm. Durch die Tricksereien mit den Pausenzeiten (z.B. werden Verspätungen durch Verkürzung der Pausen aufgeholt, oder das Rangieren zwischen Tourende und Tourbeginn gilt als „Pause“) entstehen jedes Jahr etwa zweieinhalb Wochen (rund 60 Stunden) zusätzliche, unbezahlte Arbeit. Dazu kommt durch die regelmäßig überlangen Fahrten (durch Staus, technische Probleme oder ähnliches) ohne die Möglichkeit Pausen z.B. zum Pinkeln zu machen gesundheitliche Probleme, weil Fahrer dementsprechend wenig oder gar nicht während der Arbeit trinken. Nicht minder die Gesundheit negativ beeinträchtigend ist der Stress, der regelmäßig auch durch die zurecht mit dem ÖPNV unzufriedenen Fahrgäste entsteht.


Hier wird gestreikt:

München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut, Schweinfurt, Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen, Konstanz, Saarland, Mainz, Pirmasens, Kaiserslautern, Trier, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen, Dortmund, Bielefeld, Kiel, Lübeck, Neumünster, Flensburg, Halle, Magdeburg, Burgenlandkreis, Erfurt, Jena, Gera, Saale-Holzland-Kreis, Kyffhäuserkreis, Mühlhausen, Sondershausen, Unstrut-Hainich-Kreis, Gotha, Weimar, Weimarer Land, Chemnitz, Dresden, Leipzig, Zwickau, Frankfurt am Main, Kassel, Wiesbaden, Gießen, Marburg, Uckermark, Barnim, Frankfurt (Oder), Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Schöneiche-Rüdersdorf, Ostprignitz-Ruppin, Brandenburg an der Havel, Potsdam, Potsdam Mittelmark, Teltow Fläming, Cottbus, Spree-Neiße, Dahme Spreewald, Oberspreewald-Lausitz, Schwerin, Ludwigslust, Parchim, Rostock, Greifswald, Nordwestmecklenburg, Vorpommern-Rügen, Berlin, Hamburg und Bremen.


Doch, wie man es von den gelben Gewerkschaften kennt, gibt es bereits vor dem Streik einige Ausnahmen. So sollen z.B. Straßenbahnen Berlins (zwar ohne Fahrgäste) trotz des Streiks fahren, damit gewährleistet wird, dass die Oberleitungen in der Hauptstadt nicht während des Streiks vereisen und die Straßenbahn am nächsten Tag wieder mit Fahrgästen fahren, so Funktionäre von ver.di. Wie zahnlos willst du streiken? Ver.di: Ja.

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