Lateinamerika

Am 10. September wurden auf der Straße zwischen Quibdo und Pereira vier Lastwagen gestoppt und angezündet. Die Straße blieb dadurch für mehrere Stunden blockiert. Eine Woche zuvor gab es einen ähnlichen Angriff auf der Straße zwischen Quibdo und Medellin. Quibdo ist die Hauptstadt des Verwaltungsgebiets Chocó im Westen Kolumbiens und nur mit diesen zwei Straßen an den Rest des Landes angebunden.
Im Osten des Landes, in der Nähe der Grenze zu Venezuela, wurde am 14. September ein weiterer Angriff der ELN durchgeführt, davor wurde hier auch ein Angriff mit Sprengstoff auf das Militär gemeldet. Das Militär, das für das Gebiet zuständig ist, spricht von 201 Anschlägen der ELN alleine in diesem Jahr im Verwaltungsgebiet Arauca.
Im Gebiet Norte de Santander gab es auch am 14. September einen Angriff mit Gewehren und Granaten auf eine Militärpatrouille auf Motorrädern, dabei wurden drei Soldaten getötet.

Am 11. September wurden in Concepción von der paraguayischen Klassenjustiz zwei Genossinnen zu vier Jahren bzw. vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Die ursprüngliche Anklage, die Beteiligung an der Entführung eines Landbesitzers und Bürgermeisters, wurde aus Mangel an Beweisen fallen gelassen, die Angeklagten wurden daraufhin wegen angeblicher Kontakte zur EPP verurteilt.

Die Kollegen vom Verein Neue Demokratie haben einen lesenswerten Artikel zur zunehmenden militärischen Intervention des Yankee-Imperialismus in Peru veröffentlicht, ein Prozess, der zu großen sozialen Protesten führte.

Demnächst wird es mehr Informationen zu diesem Artikel geben.

In Lota protestierten am 9. September hunderte Fischer, nachdem eine vom Staat versprochene Ausgleichszahlung monatelang ausblieb. Diese war zur Kompensation von verringerten Fangquoten, eine Maßname gegen den Klimawandel, versprochen worden. Die Protestierenden blockierten mehrere Straßen und attackierten die Bullen mit Steinen, nachdem diese versuchten die Blockaden mithilfe von Tränengas und Wasserwerfern aufzulösen. Die Proteste und Blockaden wurden auch in den folgenden Tagen fortgesetzt und knüpfen an frühere, massivere Proteste der Fischer in dieser Gegend an.

International laufen weiterhin Aktionen zur Solidarität mit den Gefangenen, so wurden in Ecuador von der Front zur Verteidigung der Kämpfe des Volkes (FDLP) Poster geklebt und Parolen gesprüht, die zur Freilassung der politischen Gefangenen aufrufen.

Am 24. August wurde auf ein Gebäude einer Einrichtung zur Betreuung von Bullen und ihrer Angehörigen (CSPFA) in Buenos Aires ein Anschlag verübt. Trotz Kameraüberwachung konnte eine Bombe am Eingang platziert und unerkannt ein Rückzug durchgeführt werden. Die Aktion wurde in Solidarität mit gefangenen und geflohenen Anarchisten weltweit organisiert.

Am 25. August wurde von Studenten der Universität Panamas eine Straße blockiert, um ihren Forderung nach einem Gelände für praktische Arbeit Nachdruck zu verleihen. Die Blockade hielt über fünf Stunden an, als die Bullen versuchten sie zu brechen wurden diese mit Steinen angegriffen.
Um die Situation zu beruhigen setzte die Universität am Tag darauf die Vorlesungen aus.

In den Regionen Junín und Ayacucho gab es sowohl am 25. August als auch am 2. September Gefechte zwischen den reaktionären Streitkräften und Guerillas. Beim ersten Gefecht im Tal Quempiri berichtet die Reaktion über einen verletzten Soldat und zwei getötete in der Gruppe der Guerillas. Am 2. September in Virgenqasa sollen es sechs weitere Tote gewesen sein, sowie zwei verletzte Soldaten. Interessant ist hierbei, dass beide Orte über 250 km voneinander entfernt sind, und die Reaktion bei beiden Vorfällen offen behauptete, dass die Kämpfer dem „Leuchtenden Pfad“ angehörten, obwohl bis vor kurzem offiziell stets behauptet wurde, dass die revolutionäre Bewegung längst besiegt wurde.
Sogar der neu ernannte oberste General der peruanischen Armee hält die Guerilla im Inneren des Landes für so gefährlich, dass die Anstrengungen zur Bekämpfung dessen verdoppelt werden müssen.